UN: UN‑Experte fordert britische Politiker zur Umsetzung des Supreme‑Court‑Urteils zum Geschlecht auf
Ein von den Vereinten Nationen ernannter Menschenrechtsexperte hat die politischen Verantwortlichen im Vereinigten Königreich aufgefordert, die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vom April 2025 zur rechtlichen Definition von „Sex“ konsequent umzusetzen. Der Experte warnt, dass Widerstand gegen die aktualisierte Gleichstellungsempfehlung den Schutz von Frauen und Mädchen schwächen könnte.
Hintergrund der Gerichtsentscheidung
Der Oberste Gerichtshof des Vereinigten Königreichs entschied im April 2025, dass die gesetzliche Definition von „Sex“ im Equality Act 2010 das biologische Geschlecht und nicht die geschlechtliche Identität meint. Dieses Urteil beeinflusst die Anwendung des Gleichstellungsgesetzes in Bereichen wie geschlechtsspezifischen Räumen, Umkleideräumen, Krankenhausstationen und SchutzunterkĂĽnften fĂĽr Ăśberlebende von häuslicher Gewalt.
Entwurf des Verhaltenskodex
Am 21. Mai 2026 veröffentlichte die Equality and Human Rights Commission (EHRC) einen Entwurf eines Code of Practice, der Organisationen anleiten soll, das Urteil in der Praxis umzusetzen. Der Leitfaden beschreibt, wann geschlechtsspezifische Einrichtungen und Dienstleistungen auf Basis des biologischen Geschlechts bereitgestellt werden müssen.
Bedenken des Experten
Reem Alsalem, Sonderberichterstatterin des Menschenrechtsrates für Gewalt gegen Frauen und Mädchen, äußerte am Dienstag Besorgnis über die öffentliche Kritik am Entwurf. Sie betonte, dass die Reaktionen zeige, wie fragil der Schutz der Rechte von Frauen sei und wie leicht deren Sicherheit, Privatsphäre und Würde angegriffen würden.
Bedeutung von geschlechtsspezifischen Räumen
Alsalem verwies darauf, dass geschlechtsspezifische Räume seit langem als wichtiges Mittel zum Schutz von Frauen und Mädchen gelten, insbesondere dort, wo Privatsphäre und Schutz vor männlicher Gewalt von Bedeutung sind. Sie erklärte, dass das internationale Menschenrecht den Staaten erlaubt, geschlechtsbasierte Maßnahmen zu ergreifen, wenn ein legitimes Ziel verfolgt und die Maßnahme erforderlich ist, um die Gleichstellung der Frauen zu gewährleisten.
Umsetzung und Aufruf
Der Experte forderte die britische Regierung sowie die dezentralen Verwaltungen auf, klarzustellen, dass das Gesetz respektiert und umgesetzt werden muss. Darüber hinaus rief sie politische Führer, Medien, Unternehmen und die Zivilgesellschaft dazu auf, konstruktiv an der Umsetzung des Urteils im Einklang mit nationalem Recht und den internationalen Menschenrechtsverpflichtungen des Vereinigten Königreichs mitzuwirken.
Hinweis zur Unabhängigkeit des Berichterstatters
Berichterstatter und andere unabhängige Experten sind keine UN‑Mitarbeiter, erhalten kein Gehalt für ihre Tätigkeit und arbeiten unabhängig von Regierungen oder Organisationen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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