UN-Experte warnt: Klimawandel gefährdet Menschenrechte
Klimawandel als Menschenrechtsfrage
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte und ein führender Klimaforscher betonten im Juni vor dem Menschenrechtsrat, dass die derzeitigen Maßnahmen nicht ausreichen, um Menschen vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Sie fordern ein stärkeres Zusammenspiel von Klimapolitik und Menschenrechtsnormen.
Auswirkungen auf vulnerable Gruppen
Nach Angaben des Forschers führen steigende Meeresspiegel, Salzwassereinbrüche und extreme Stürme bereits heute zum Verlust ganzer Inselstaaten. In seiner Studie, veröffentlicht in *Nature*, wird argumentiert, dass bereits ein Temperaturanstieg von einem Grad Celsius die Rechte von rund 100 Millionen Menschen verletzt. Der kritische Schwellenwert von 1,5 °C wird voraussichtlich bis 2030 überschritten.
Rechtliche Rahmenbedingungen
Der Forscher weist darauf hin, dass das internationale Recht bislang fragmentiert sei: Umweltabkommen, Menschenrechtskonventionen und Handelsabkommen operieren in getrennten Bereichen. Ein jüngstes Gutachten des Internationalen Gerichtshofs hat jedoch klargestellt, dass Klimaschutz und Menschenrechte zusammen beurteilt werden müssen.
Internationale Haftungsfragen
Ein aktueller Fall aus Peru, in dem ein Landwirt ein deutsches Unternehmen wegen klimaschädlicher Emissionen verklagte, verdeutlicht die Schwierigkeiten, transnationale Verantwortung nachzuweisen. Trotz Anerkennung der Klagefähigkeit bleibt die Kausalitätsnachweisführung eine zentrale Hürde.
Ansatz einer kollektiven Klimastabilität
Der Experte plädiert für das Konzept eines kollektiven Rechts auf stabile Klimabedingungen, das Grundbedürfnisse wie Wasser, Nahrung und Energie schützt. Gerichte weltweit erkennen zunehmend an, dass Klimainstabilität bestehende Menschenrechte untergräbt, auch wenn das Klima selbst noch nicht ausdrücklich kodifiziert ist.
Handlungsaufruf der UN
Der UN-Hochkommissar forderte ein klares Fahrplan, um Gesellschaften, Wirtschaften und Politiken gerechter und nachhaltiger zu gestalten. Er betonte, dass ein rechtzeitiger, gerechten Übergang von fossilen Energieträgern unabdingbar sei, um weitere Menschenrechtsverletzungen zu verhindern.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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