Die Vereinten Nationen haben am Dienstag die Vollstreckung von mindestens 16 Hinrichtungen in Singapur im Jahr 2026 kritisiert und die Regierung aufgefordert, die Anwendung der Todesstrafe unverzüglich zu beenden.
Hintergrund der Todesstrafe in Singapur
Nach Angaben der Experten ist die Todesstrafe in Singapur gesetzlich verankert im Misuse of Drugs Act von 1973, der für bestimmte Drogenhandelsdelikte eine obligatorische Todesstrafe vorsieht. Im Jahr 2025 entfielen 15 von 17 Vollstreckungen auf Drogendelikte.
Rechtlicher Kontext
Die Experten betonten, dass das obligatorische Strafmaß „willkürliche Entziehungen von Leben“ darstelle und nach internationalem Recht nur für die „schwersten Verbrechen“ zulässig sei, die ein vorsätzliches Töten umfassen. Sie wiesen darauf hin, dass Drogendelikte diese Schwelle nicht erreichen.
Gesetzesänderungen und Verfahrenskritik
Eine Reform von 2013 ermöglichte Richtern in eng begrenzten Fällen die Wahl zwischen Todesstrafe und lebenslanger Haft. Die Experten kritisierten jedoch, dass die aktuelle Rechtslage die Beweislast auf den Angeklagten verlagere und damit die Unschuldsvermutung schwäche.
UN‑Position zur Todesstrafe
Die Vereinten Nationen betrachten die Todesstrafe als Verletzung grundlegender Menschenrechte, insbesondere des Rechts auf Leben und des Verbots grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Strafen. Laut dem Amt des Hohen Kommissars für Menschenrechte haben rund 170 Staaten die Todesstrafe abgeschafft oder ein Moratorium eingeführt.
Empfehlungen der Experten
Die Experten fordern die vollständige Abschaffung der Todesstrafe. Sollte Singapur die Strafe beibehalten, empfehlen sie die Einführung einer oberen Altersgrenze, um Gleichheit und Nichtdiskriminierung sicherzustellen.
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