Am 6. August 2026 haben unabhängige Menschenrechtsexperten des UN‑Menschenrechtsrates die jüngste Runde von US‑Sanktionen gegen Kuba scharf kritisiert und sie als Versuch bezeichnet, durch Drohungen und Zwang Veränderungen in einem souveränen Staat zu erzwingen.
Ausweitung der Sanktionen
Die Sanktionen, die am 23. Juli 2026 angekündigt wurden, richten sich gegen Energieunternehmen und verschärfen die Beschränkungen für Kraftstoffimporte, selbst für humanitäre Zwecke. Seit Juni 2026 hat Washington die einseitigen Maßnahmen auf weitere Schlüsselbereiche der kubanischen Wirtschaft ausgeweitet, nachdem im Januar Öltransporte aus Venezuela, dem früheren Hauptlieferanten, gestoppt wurden.
Humanitäre Folgen
Nach Angaben der Experten führen die Beschränkungen zu akuten Engpässen bei Energie, Verkehr, Bewässerung und Grundversorgungsleistungen, was besonders Frauen, Kinder, ältere Menschen und Landwirte in ländlichen Gebieten trifft. Sie warnen, dass sich die Situation zu einer voll ausgebrochenen Krise entwickelt, die das Recht auf Gesundheit, Leben, Nahrung und Entwicklung gefährdet.
Gesundheits- und Nahrungsmittelversorgung
UN‑Agenturen in Kuba haben wachsende Nahrungsmittelunsicherheit sowie Engpässe bei Medikamenten und Basisgütern gemeldet. Wiederholte Stromausfälle beeinträchtigen die Gesundheitsversorgung, reduzieren die Kapazität von Krankenhäusern und erschweren die Behandlung von Krebspatienten. Zusätzlich sammelt sich unverarbeiteten Abfall in Teilen Havannas, was das Risiko von Krankheitsausbrüchen erhöht.
Politische Motive
Die Experten verweisen auf einen Bericht des US‑Außenministeriums vom 20. Juli, in dem Kuba als „Hauptstadt des 21. Jahrhundert‑Kommunismus“ bezeichnet wird. Sie betonen, dass der Bericht keine konkreten Belege für Terrorunterstützung oder Subversion liefert und vermuten, dass politische und ideologische Ziele die Haupttreiber der anhaltenden Druckmaßnahmen seien.
Rechtliche Bewertung
Nach Ansicht der Experten verstoßen die Sanktionen gegen Artikel 2 der UN‑Charta und stellen einen Verstoß gegen internationales Recht dar. Sie fordern die US‑Regierung auf, sämtliche Drohungen und feindlichen Handlungen gegenüber der kubanischen Souveränität einzustellen und alle verhängten Maßnahmen zurückzuziehen.
Aufruf an die internationale Gemeinschaft
Die Experten appellieren an den UN‑Sicherheitsrat und die Generalversammlung, die Situation als dringliche Frage des internationalen Friedens und der Sicherheit zu behandeln und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
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