UN: UN-FAO: Nur drei Prozent des Gaza‑Ackerlandes sind noch nutzbar
Kernfakten
UN‑FAO und das UN‑Satellitenzentrum UNOSAT haben anhand von Satellitenbildern festgestellt, dass im August 2026 lediglich drei Prozent (448 Hektar) des landwirtschaftlich genutzten Bodens im Gazastreifen noch bebaubar sind. Im Oktober 2025 waren es noch 601 Hektar.
Rückgang der nutzbaren Flächen
Im Juni 2026 konnten 4.000 Hektar (27 %) des Ackerlandes erreicht werden, jedoch waren rund 3.600 Hektar davon ungeeignet für die Aussaat. Die größten Verluste wurden in Deir al‑Balah und Khan Younis verzeichnet, während Rafah die höchsten Inzidenzen von unzugänglichem Ackerland (97,2 %) und nicht nutzbaren Gewächshäusern (98,4 %) aufweist.
Auswirkungen auf einzelne Landwirte
Der Tomaten‑ und Gurkenbauer Taysir Dahdouh berichtete, dass vor dem Krieg ein gutes Einkommen bestand, jetzt jedoch weder Gewächshausrahmen, Häuser, Besitz noch Bewässerungsanlagen vorhanden seien. Mit einfachen Werkzeugen habe er zusammen mit seiner Familie etwa ein Dunum (ein Zehntel Hektar) wiederhergestellt.
Weitere Hindernisse
Nach Angaben der Landwirtin Wajiha Dahdouh fehlen Wasser, Dünger, Saatgut und weitere Grundbedarfe, um die Bewirtschaftung fortzusetzen. Ohne diese Mittel sei eine Rückkehr zur Selbstversorgung kaum möglich.
Ursachen der eingeschränkten Zugänglichkeit
Die eingeschränkte Nutzung resultiere vor allem aus mangelndem Zugang, nicht aus zusätzlicher Zerstörung. Die westliche Ausdehnung der sogenannten „Yellow Line“, die die Waffenstillstandszone vom militärisch kontrollierten Gebiet trennt, behindere den Zugang zu weiten Teilen des Landes.
Humanitäre Lage
Gaza bleibt von anhaltenden Luftangriffen, Beschuss und Seestreitigkeiten betroffen. Rund 2,1 Millionen Menschen sind auf ein Gebiet von weniger als der Hälfte der Enklave beschränkt, was die Versorgungslage weiter verschärft.
Appell für dringende Maßnahmen
Rein Paulsen, Direktor des FAO‑Amts für Notfälle und Resilienz, betonte, dass ohne sofortige Hilfe zur Wiederherstellung sicheren Zugangs und zur Unterstützung der Landwirte die lokale Nahrungsmittelproduktion weiter zurückgehen werde.Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
Ende der Uebertragung