Neuer Finanzierungsaufruf
Die Vereinten Nationen haben am 5. Juni 2026 einen Notfallaufruf über 331,5 Millionen US‑Dollar gestartet, um 1,4 Millionen Menschen in Libanon zu unterstützen. Der Gesamtbedarf bis August 2026 beläuft sich damit auf 639,9 Millionen US‑Dollar.
Steigende humanitäre Bedürfnisse
Imran Riza, UN‑Humanitärkoordinator im Libanon, betonte, dass die humanitären Bedürfnisse mit jedem Tag des Konflikts weiter steigen und die aktuelle Finanzierung nicht ausreiche, um die Lage zu bewältigen.
Schwere Infrastrukturzerstörung
Der Koordinator schilderte, dass Krankenhäuser, Kliniken, Regierungsgebäude, landwirtschaftliche Flächen, Wasserstationen und Schulen durch Luftangriffe, Drohnen und Artillerie stark beschädigt wurden. Viele Einrichtungen mussten schließen, was die medizinische Versorgung erheblich einschränkt.
Opferzahlen und Vertreibung
Seit der Eskalation haben über 3.500 Menschen ihr Leben verloren und mehr als 10.000 wurden verletzt. Fast eine Million Menschen sind weiterhin von ihren Häusern vertrieben. Zusätzlich bleiben rund 28.000 Menschen im Süden Libanons außerhalb der von Israel selbst definierten Militärlinie gefangen.
Gefahren für Frauen und Mädchen
Andrew Saberton, stellvertretender Exekutivdirektor des UN‑Bevölkerungsfonds (UNFPA), wies darauf hin, dass über 600.000 Frauen und Mädchen einem erhöhten Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt sind. Etwa 1.800 Frauen sollen monatlich in Libanon gebären, doch die Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen erschweren den Zugang zu geburtshilflichen Diensten erheblich.
Einzelne Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen
Ein von UNFPA unterstütztes Gesundheitszentrum und ein Schutzraum für Frauen und Mädchen im Süden Libanons, die nach einem Wiederaufbau 2025 wieder in Betrieb genommen wurden, wurden erneut durch Luftangriffe schwer beschädigt.
Langfristige Vertreibungsproblematik
Riza schätzte, dass im Jahr 2024 nach den Kämpfen zwischen Hisbollah‑Kämpfern und israelischen Streitkräften rund 68.000 Menschen nicht in ihre Dörfer zurückkehren konnten. Die aktuelle Schätzung liegt bei mindestens 200.000 Betroffenen, wobei die tatsächliche Zahl wahrscheinlich höher liegt.
Finanzierungsbedarf und Ausblick
Der aktuelle Notfallaufruf ergänzt frühere Hilfsmaßnahmen und soll die dringend benötigte Unterstützung für die am stärksten gefährdeten Menschen sicherstellen, bis weitere Mittel mobilisiert werden.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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