UN fordert Staaten zur Einhaltung des Minenverbots auf
Das Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte (OHCHR) hat in einem am 16. Juni veröffentlichten Bericht betont, dass alle Staaten das Antipersonenminen-Verbotsabkommen respektieren müssen. Der Bericht nennt für das Jahr 2024 insgesamt 1.945 Tote und 4.325 Verletzte durch Landminen und explosive Kriegsreste.
AusmaĂź der Kontamination
Mindestens 58 Staaten und Territorien sind nach wie vor von Antipersonenminen betroffen. Viele dieser Waffen stammen aus den beiden Weltkriegen und liegen neben anderem Blindgummi in nationalen Beständen.
Humanitäre Folgen
Zivilpersonen machen rund 90 % aller gemeldeten Opfer aus, wobei Kinder über 40 % der zivilen Opfer seit 1999 ausmachen. Die Verletzungen reichen von Amputationen über Blindheit bis hin zu Hörverlust.
Soziale und wirtschaftliche Auswirkungen
Mineverseuchung verwandelt Gebiete in Sperrzonen, verhindert den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, behindert humanitäre Hilfe und treibt Vertreibungen voran. Landwirtschaftliche Flächen werden unbrauchbar, was zu Nahrungsmittelunsicherheit und wirtschaftlichen Härten führt.
Status des Ottawa‑Abkommens
162 Staaten sind Vertragsparteien des Antipersonenminenverbots, das 1997 in Ottawa eröffnet wurde. Fünf Staaten – Estland, Finnland, Lettland, Litauen und Polen – haben das Abkommen kürzlich verlassen, während die Ukraine die Umsetzung suspendiert hat. Der Hohe Kommissar fordert, dass nicht‑ratifizierende Staaten das Abkommen zügig unterzeichnen und zurückgetretene Staaten wieder beitreten.
Forderungen an die Vertragsparteien
Der Hohe Kommissar ruft die Staaten dazu auf, Entschädigungen für durch Minen verursachte Verstöße zu leisten und den Überlebenden sowie betroffenen Gemeinschaften Zugang zu Gesundheitsversorgung, Rehabilitation, Bildung, Beschäftigung und sozialer Sicherheit zu sichern.
Weiteres Vorgehen
Der Bericht wird am 26. Juni dem UN‑Menschenrechtsrat in Genf vorgelegt.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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