Die Vereinten Nationen haben am 20. Juli Regierungen aufgefordert, die Rückkehr zum Mond so zu gestalten, dass weder die Erde noch die langfristige Nachhaltigkeit des Weltraums gefährdet werden. Der Aufruf erfolgte im Rahmen des Internationalen Mondtages und betont die Notwendigkeit, Umweltauswirkungen bereits in frühen Planungsphasen zu berücksichtigen.
Wachsende Menge an WeltraummĂĽll
Nach Angaben der UN schwirren derzeit rund 140 Millionen Trümmerstücke größer als ein Millimeter im Erdorbit. Die meisten Objekte sind zu klein, um verfolgt zu werden, können jedoch Satelliten und Raumfahrzeuge beschädigen.
Umweltbelastungen durch Wiedereintritt
Defekte Satelliten und abgestorbene Raketenteile gelangen bei ihrem Wiedereintritt in die Atmosphäre und setzen Metalle wie Aluminium, Lithium und Kupfer frei. Wissenschaftler untersuchen, ob diese Substanzen die atmosphärische Chemie, die Wolkenbildung und die Ozonschicht beeinflussen könnten.
Risiken durch größere Trümmer
Obwohl die meisten Raumfahrzeuge beim Wiedereintritt verbrennen, können hitzebeständige Komponenten überleben und potenziell Menschen, Infrastruktur und marine Ökosysteme gefährden.
Steigendes Interesse an der Mondforschung
Die Mondmissionen der NASA, China, Indien, Japan und privater Unternehmen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Artemis‑II‑Mission der NASA brachte bereits vier Astronauten für eine zehntägige Umrundung des Mondes, und weitere Programme planen eine dauerhafte Präsenz bis in die 2030er‑Jahre.
UN‑Richtlinien und Haftungsregeln
UN‑Mitgliedstaaten haben Leitlinien angenommen, die die Entstehung von Weltraummüll reduzieren sollen, indem unnötiger Abfall vermieden, Explosionen verhindert und die kontrollierte Entfernung von Satelliten und Raketenteilen gefördert wird. Gemäß dem UN‑Haftungsübereinkommen von 1972 tragen startende Länder die Verantwortung für Schäden, die ihre Raumobjekte auf der Erde verursachen.
Kooperation von UNEP und UNOOSA
Jason Jabbour, Senior Officer beim Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), erklärte, dass die Zusammenarbeit mit dem Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (UNOOSA) darauf abzielt, das wissenschaftliche Verständnis der Umweltauswirkungen von Raumfahrtaktivitäten zu vertiefen und den Umweltschutz in zukünftige Raumfahrt‑Governance zu integrieren.
Aufruf zu nachhaltiger Raumfahrt
Die UN betont, dass der Schutz des Weltraums und der Erde zentrale Elemente einer verantwortungsvollen RĂĽckkehr zum Mond sein mĂĽssen, um die Grundlagen fĂĽr kommende Generationen zu sichern.
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