International: UN fordert Schutz von Zivilisten nach Angriffen im Sudan
Neue Gewalt in Blue Nile und North Kordofan
Die Vereinten Nationen haben am Mittwoch erneut alle Konfliktparteien im Sudan aufgefordert, Zivilisten zu schützen, nachdem in den Bundesstaaten Blue Nile und North Kordofan schwere Kämpfe zu zahlreichen Toten, Verletzten und einer massiven Fluchtbewegung geführt haben. Die anhaltenden Gefechte zwischen der sudanesischen Armee (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) fordern seit April 2023 die weltweite Aufmerksamkeit wegen der daraus resultierenden humanitären Krise.
Drohnenschläge in North Kordofan
Nach Angaben des Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA) wurden am Mittwoch mehrere Drohnenangriffe über El Obeid, der Hauptstadt des Bundesstaates North Kordofan, registriert. In den vergangenen drei Wochen seien rund 15.000 Familien in die Stadt geflüchtet, wodurch die ohnehin überlasteten Lager und die Grundversorgung weiter unter Druck geraten.
Todesopfer in Blue Nile
Lokale Quellen aus dem Bundesstaat Blue Nile berichteten, dass in der Stadt Geisan am Dienstag mehr als 20 Zivilisten getötet und zahlreiche weitere verletzt wurden. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) gab an, dass etwa 2.500 Personen ihre Häuser verlassen mussten.
Humanitäre Forderungen
OCHA wiederholte ihren Aufruf an alle Parteien, Zivilisten, zivile Infrastruktur und Hilfslieferungen zu schützen und ohne Behinderung Zugang zu den betroffenen Regionen zu gewähren. Die Agentur forderte zudem die internationalen Geldgeber auf, die Finanzierung humanitärer Operationen im Sudan zu erhöhen.
Finanzierungslücke bei Hilfsprogrammen
Der aktuelle Hilfsaufruf für das Jahr 2026 sieht ein Budget von fast 3 Milliarden US‑Dollar vor. Bisher seien nur 41 % der Mittel, also rund 1,2 Milliarden US‑Dollar, eingegangen, was die Notwendigkeit zusätzlicher Spenden deutlich macht.
Langwieriger Konflikt und humanitäre Krise
Der seit April 2023 andauernde Konflikt zwischen SAF und RSF hat bereits die weltweit größte Vertreibungs- und humanitäre Krise ausgelöst. Die anhaltenden Kämpfe behindern die Versorgung der betroffenen Bevölkerung und verschärfen das Risiko weiterer Fluchtbewegungen.
Aufruf zur internationalen Unterstützung
Die Vereinten Nationen appellieren an die internationale Gemeinschaft, die finanziellen Mittel zu erhöhen und sicherzustellen, dass humanitäre Hilfe ungehindert zu den Bedürftigen gelangt. Ohne zusätzliche Unterstützung drohen weitere Verschlechterungen der humanitären Lage im Sudan.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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