UN: UN-Generalsekretär warnt: Maritime Engpässe gefährden globale Nahrungsmittelversorgung
Die Vereinten Nationen haben am Montag erklärt, dass die weltweite Nahrungsmittelversorgung durch aktuelle Konflikte erheblich gefährdet sei. Der Generalsekretär António Guterres betonte, dass die Störung von Schifffahrtswegen in der Straße von Hormus, dem Schwarzen Meer und der Bab‑al‑Mandab-Region zu steigenden Preisen und wachsender Hungersnot führe.
Maritime Engpässe und ihre Folgen
Nach Angaben des Generalsekretärs haben die eingeschränkten Durchfahrten in den genannten Gewässern die Lieferketten für Nahrungsmittel, Energie und Düngemittel stark beeinträchtigt. Er forderte, dass maritime Engpässe niemals als Druckmittel eingesetzt werden dürften.
Betroffene Schifffahrtswege
In der Straße von Hormus, die etwa 20 % der weltweiten Ölversorgung abwickelt, habe die Zahl der Durchfahrten stark abgenommen. Ähnlich sei die Bab‑al‑Mandab-Region, über die rund 12 % des Seeölhandels verläuft, von einer von den Huthi‑Milizen erklärten Blockade betroffen. Im Schwarzen Meer verschärfen russische und ukrainische Angriffe auf Häfen die Gefahr für die Getreidelieferungen.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Der Rückgang des Schiffsverkehrs habe laut Generalsekretär die Ölpreise und Containerkosten in die Höhe getrieben, was wiederum die Produktions- und Transportkosten für Nahrungsmittel erhöhe. Die Kombination aus höheren Preisen und unsicheren Lieferungen führe zu einer Verschärfung von Hunger und Armut, insbesondere in den ärmsten Regionen.
Rechtlicher Rahmen
Der Generalsekretär verwies auf das Seerechtsübereinkommen von 1982, das allen Schiffen das Recht auf Durchfahrt durch internationale Wasserstraßen garantiert. Er kritisierte, dass die USA, der Iran und Israel das Abkommen bislang nicht ratifiziert hätten.
UN‑Taskforce für sichere Lieferungen
Im März habe die UN eine Taskforce eingerichtet, die zunächst den Transport von Düngemitteln und verwandten Rohstoffen durch die Straße von Hormus sichere, geordnete und vorhersehbare Abläufe ermöglichen solle. Der Leiter der Taskforce, Jorge Moreira da Silva, könne das Mandat bei Bedarf auf weitere Produkte ausdehnen.
Ausblick und Forderungen
Der Generalsekretär betonte, dass die Taskforce nur eine Übergangslösung sei und dass langfristig die vollständige Wiederherstellung der Navigationsfreiheiten sowie politische Lösungen zur Beendigung der Konflikte notwendig seien, um die globale Ernährungssicherheit zu gewährleisten.
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