Am 17. Juni 2026, dem Internationalen Tag zur Bekämpfung von Hassrede, erklärte der UN-Generalsekretär António Guterres, dass Hassrede der erste Schritt auf dem Weg zur Entmenschlichung sei. Er betonte, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung niemals als Vorwand für hasserfüllte Botschaften dienen dürfe.
Definition und Zielgruppen
Guterres bezeichnete Hassrede als ein Werkzeug der Spaltung, das gezielt Gruppen wie Frauen, Migranten, Flüchtlinge, LGBTQIA+-Personen, Menschen mit Behinderungen und weitere Minderheiten anspreche, häufig mit politischem Nutzen.
Technologische Verstärkung
Der Generalsekretär wies darauf hin, dass digitale Plattformen und künstliche Intelligenz die Verbreitung von Hassrede beschleunigen. Algorithmen belohnen laut seiner Aussage Empörung und Spaltung, während Anonymität die Verfolgung von Tätern erschwere.
Stellungnahmen von UN Women
Kalliopi Mingeirou, Leiterin der Abteilung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen bei UN‑Women, erklärte, dass rasante technologische Entwicklungen die Verbreitung von Hassrede begünstigen. Sie beschrieb das „Manosphere“-Ökosystem als ein von Algorithmen gesteuertes Netzwerk, das misogynes Gedankengut schnell verbreite.
AI‑gestützte Angriffe
Laut Mingeirou verstärkt künstliche Intelligenz bereits bestehende Vorurteile, indem sie Deepfakes, sexualisierte synthetische Bilder und Impersonationsinhalte schneller, günstiger und mit geringer technischer Hürde ermöglicht.
Strategische Initiativen
Guterres erinnerte an die im Jahr 2019 lancierte UN‑Strategie und den Aktionsplan gegen Hassrede, die darauf abzielen, weltweit koordinierte Maßnahmen zur Identifikation, Prävention und Bekämpfung von Hassrede zu etablieren, stets im Einklang mit internationalen Menschenrechtsstandards.
Globale Prinzipien für Informationsintegrität
Die jüngsten UN‑Global Principles for Information Integrity fordern eine Neuordnung der Informationsflüsse, damit Nutzer mehr Kontrolle über die konsumierten Medien, ihre Online‑Erfahrungen und die Nutzung ihrer persönlichen Daten erhalten.
Veranstaltungen zum Internationalen Tag
Im Rahmen des Tages organisiert die UN mehrere Veranstaltungen: Am Mittwoch thematisiert die Diskussion „Breaking the cycle of hate: the Rights and Voices of Roma in Europe“ die Diskriminierung der Roma; am Donnerstag liegt der Fokus auf Partnerschaften zur Bekämpfung von Hassrede; am Freitag diskutiert das virtuelle Forum „Art Remembers“ ĂĽber die Rolle von Kunst bei Erinnerung, Gerechtigkeit und Prävention.
Ausblick
Die UN betont, dass die Bekämpfung von Hassrede ein fortlaufender Prozess sei, der technologische, rechtliche und gesellschaftliche Maßnahmen erfordere, um die Menschenrechte weltweit zu schützen.
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