UN: UN-Generalsitzung fordert tiefgreifende Reformen zur Wiederherstellung des Vertrauens
Khalilur Rahman, Präsident der 81. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen, betonte am 22. September 2026, dass das Überleben der Organisation über acht Jahrzehnte allein kein Beweis für Erfolg sei. Er forderte ein Eingeständnis von Fehlentwicklungen und konkrete Maßnahmen, um das öffentliche Vertrauen wiederzugewinnen.
Finanzielle Disparitäten
Der Präsident wies darauf hin, dass die weltweiten Militärausgaben fast 3 Billionen Dollar erreichen, während die Entwicklungshilfe im Jahresvergleich um 23 Prozent auf rund 175 Milliarden Dollar gesunken sei. Diese Ungleichheit bestünde seit elf Jahren in kontinuierlichem Wachstum.
Erreichte Fortschritte
Trotz der Kritik nannte Rahman positive Entwicklungen: Fast eine Milliarde Menschen habe in den letzten zehn Jahren Zugang zu sicherem Trinkwasser erhalten, die Stromversorgung erreiche inzwischen 92 Prozent der Weltbevölkerung und die Internetnutzung sei von 40 auf 74 Prozent gestiegen.
Künstliche Intelligenz und Sicherheit
Im Hinblick auf künstliche Intelligenz forderte er die Vereinten Nationen auf, „pragmatische und verlässliche Leitplanken“ zu entwickeln, die auf wissenschaftlicher Expertise außerhalb staatlicher Strukturen basieren. Ein unkontrollierter Wettlauf um KI‑Kontrolle solle vermieden werden.
Hass und Desinformation
Rahman schilderte die rasante Verbreitung hasserfüllter Narrative, die Frauen, Minderheiten, Migranten und Menschen mit Behinderungen ins Visier nehmen. Er rief zu Dialog, Toleranz und einer Kultur auf, in der Menschenrechte nicht nur gesetzlich, sondern im Alltag respektiert werden.
Wege zur Vertrauensbildung
Der Präsident skizzierte drei Handlungsfelder: ehrliche Anerkennung institutioneller Schwächen, tiefgreifende strukturelle Reformen jenseits kosmetischer Budgetanpassungen und eine stärkere Einbindung von Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, insbesondere bei KI‑Fragen. Zusätzlich forderte er eine gerechtere Vertretung Afrikas im Sicherheitsrat.
Ausblick
Abschließend betonte Rahman, dass die Vereinten Nationen nicht mit kurzfristigen Schmerzmitteln behandelt werden dürften, sondern einer umfassenden Diagnose und einem langfristigen Transformationsplan bedürfen, um das Vertrauen der Menschen weltweit zurückzugewinnen.
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