UN: UN-Generalversammlung ändert umstrittene Finanzregel und stoppt Rückzahlung nicht vorhandener Mittel
Entscheidung der Generalversammlung
Am 30. Juni 2026 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine mehrjährige Reform beschlossen, die die jahrzehntelang geltende Finanzregel aufhebt, nach der ungenutzte Mittel an Mitgliedstaaten zurückgezahlt werden mussten, obwohl diese Mittel nie eingegangen waren.
Finanzielle Lage der UN
Die Maßnahme wurde ergriffen, weil die Organisation seit langem mit einer gravierenden Liquiditätskrise konfrontiert ist; zum Jahresende 2025 beliefen sich unbezahlte Beiträge auf Rekordhöhe von 1,6 Milliarden US‑Dollar, während die Gesamtschulden aller Budgets über 6,5 Milliarden US‑Dollar betrugen.
Neue Methodik fĂĽr RĂĽckzahlungen
Nach Angaben des Generalsekretärs António Guterres wird künftig für einen vierjährigen Testzeitraum nur dann eine Rückzahlung an Mitgliedstaaten vorgenommen, wenn die betreffenden Mittel tatsächlich als Bargeld vorhanden sind. Damit soll die Vorhersagbarkeit der Haushaltsplanung insbesondere für das reguläre Budget und die Friedenssicherungsmissionen verbessert werden.
Reaktion des Generalsekretärs
Guterres begrüßte die Entscheidung in einer Erklärung und betonte, dass die alte Regel die Stabilität der Vereinten Nationen gefährdet habe. Er bezeichnete die Reform als „kritisch für die unmittelbare operative Kontinuität, insbesondere für Friedensmissionen“, und als wichtigen Schritt für den kommenden Generalsekretär.
Hintergrund der alten Regelung
Die bis zu 80 Jahre alte Bestimmung verpflichtete die UN, sämtliche nicht ausgegebenen Mittel an die Mitgliedstaaten zurückzuerstatten – selbst dann, wenn die Unterfinanzierung auf verspätete Beiträge oder ausbleibende Zahlungen zurückzuführen war.
Stellungnahme der Generalversammlungsvorsitzenden
Annalena Baerbock, Präsidentin der Generalversammlung, hatte bereits im Februar vor dem Europäischen Parlament auf die Gefahr einer drohenden Zahlungsunfähigkeit hingewiesen und die Notwendigkeit einer Reform der „Kafkaesken“ Finanzregel gefordert. In ihrer Reaktion auf die Abstimmung erklärte sie, die Resolution habe eine finanzielle Katastrophe abgewendet und ein Zeichen gesetzt, dass Mitgliedstaaten trotz fragmentierter Zeiten gemeinsam handeln können.
Ausblick
Die neue Regelung soll die finanzielle Stabilität der Vereinten Nationen stärken, die Ausgaben für Friedenssicherung und humanitäre Hilfe planbarer machen und die Gefahr eines Zusammenbruchs des Haushaltsmanagements verringern.
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