International: UN-gestützte OPCW entdeckt nicht deklarierte Chemiewaffen in Syrien
Die Vereinten Nationen haben am 4. Juni 2026 dem Sicherheitsrat mitgeteilt, dass das von der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) unterstützte Inspektionsteam in Syrien zuvor nicht deklarierte chemische Waffen gefunden hat, darunter Raketen, die dem Typ des berüchtigten Angriffs auf Ghouta 2013 entsprechen.
Entdeckung und Kontext
Das Inspektionsteam, das im Mai nach Syrien entsandt wurde, identifizierte nicht gemeldete Munitionsbestände, zugehörige Chemikalien sowie umfangreiche Dokumentationen. „Diese Erkenntnisse stellen eine bedeutende Entdeckung nicht nur für Syrien, sondern für die internationale Sicherheit und das globale Abrüstungsregime dar“, erklärte die UN-Vertreterin Izumi Nakamitsu vor dem Rat.
Zusammenarbeit der syrischen Regierung
Der neue Präsident Ahmed al-Sharaa habe den Inspektoren laut Nakamitsu umfassenden Zugang zu den Stätten gewährt und mehr als 60 000 Seiten an Unterlagen übergeben, wodurch die Durchbrüche möglich wurden. Sie betonte, dass die neu entdeckten Waffen nun offiziell gemeldet und unter OPCW‑Verifizierung zerstört werden müssen, während weitere Prüfungen an zusätzlichen Standorten folgen sollen.
Reaktionen der UN‑Mitglieder
Der Vertreter des Vereinigten Königreichs bezeichnete die Befunde als Beweis für Versuche der syrischen Führung, die internationale Gemeinschaft zu täuschen. Der Vertreter der Vereinigten Staaten hob die Anpassungsfähigkeit und das gemeinsame Engagement von Syrien und OPCW hervor, das Kapitel der chemischen Waffen abzuschließen. Frankreich wies darauf hin, dass die Entdeckung „erst den Anfang darstelle, das Ausmaß des bislang verborgenen Programms zu erfassen“, während Dänemark die Komplexität der weiteren Aufgaben betonte.
Skepsis und weitere Schritte
Der russische Delegierte äußerte Bedenken hinsichtlich der Geschwindigkeit, mit der die OPCW Schuldzuweisungen vornehme, und forderte eine depolitisierte Prüfung der Befunde. Der türkische Vertreter verwies auf das Ausmaß von Unterdrückung und Leid, das der syrische Bevölkerung durch die frühere Regierung zugefügt wurde, und forderte die Wiederherstellung der Rechte Syriens gemäß dem Chemiewaffenübereinkommen, das 2021 ausgesetzt wurde.
Insgesamt schließen die neuen Erkenntnisse eine langjährige Lücke in Syriens Chemiewaffenbilanz und markieren einen Wendepunkt, während die internationale Gemeinschaft weitere Schritte zur vollständigen Deklaration und Vernichtung der Bestände erwartet.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von den Vereinten Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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