International: UN‑Kinderhilfswerk berichtet von massiver Zerstörung im Süden Libanons
Erste EindrĂĽcke der Mission
Am 23. April 2026 erreichte ein UNICEF‑Hilfsteam das Krankenhaus in der süd libanesischen Stadt Tebnine. Laut Sprecher Christophe Boulierac sei das Krankenhaus zwar noch stehen, jedoch von gravierenden Versorgungsengpässen betroffen – Wasser, Medikamente und Energie seien knapp, und die eigene Solaranlage sei offenbar beschädigt.
Ausmaß der Zerstörung
Der Sprecher zeigte in einem Video, dass die Straße vor dem Krankenhaus vollständig zerstört sei. Häuserreihen, die noch vor zwei Wochen intakt gewesen seien, lagen nun in Trümmern, ebenso zahlreiche Fahrzeuge. Die umliegenden Gebäude seien ebenfalls stark beschädigt, wobei die meisten Strukturen komplett eingestürzt seien.
Rückkehr der Zivilbevölkerung
Seit dem 16. April halte ein fragiler Waffenstillstand mit Israel, doch viele Bürger kehren trotz der Gefahr in ihre Heimat zurück. Boulierac berichtete, dass über eine Million Menschen seit den Angriffen am 2. März aus ihren Häusern geflohen seien, darunter rund 400 000 Kinder, die dringend humanitäre Hilfe benötigen. Die Rückkehrer stoßen häufig auf zerstörte Wohnungen und fehlende Grundversorgung.
UN‑Unterstützung und Friedenssicherung
Unterstaatssekretär Jean‑Pierre Lacroix betonte die Notwendigkeit fortgesetzter Unterstützung durch UN‑Mitgliedstaaten, um die libanesischen Streitkräfte zu stärken und humanitäre Hilfe zu leisten. Er nannte etwa 80 000 Zivilisten, die südlich des Litani-Flusses verblieben seien, und verwies darauf, dass UNIFIL seine Aktivitäten zur Unterstützung der humanitären Versorgung intensiviert habe.
Verletzung von Resolution 1701
Lacroix wies darauf hin, dass das fortbestehende Vorhandensein israelischer Streitkräfte im libanesischen Territorium gegen die UN‑Sicherheitsratsresolution 1701 verstoße, die den Abzug beider Konfliktparteien aus dem Süden vorsieht.
Verlust von Friedenssicherungskräften
In den letzten Tagen wurden fünf UNIFIL‑Friedenssicherungskräfte getötet – drei aus Indonesien und zwei aus Frankreich. Der Tod von Kapitän‑Chef Anicet Girardin, 31, folgte einem Angriff auf ein UNIFIL‑Konvoi am 18. April, bei dem nicht‑staatliche bewaffnete Gruppen, vermutlich die Hisbollah, das Fahrzeug beschossen hatten. Lacroix sprach den Familien sein Beileid aus.
Betriebsbedingungen von UNIFIL
Das UNIFIL‑Hauptquartier in Naqoura wurde Ende März von einem nicht‑staatlichen Akteur getroffen, was die Einsatzfähigkeit einschränkte. Seit dem Beginn des relativen Waffenstillstands habe sich die Lage jedoch verbessert, und die Truppen könnten wieder unter eingeschränkten Bedingungen operieren. Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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