International: UN kritisiert steigende Gewalt in Gaza und Westjordanland
Die Vereinten Nationen haben am Dienstag die jĂĽngste Eskalation der Gewalt im Gazastreifen sowie die stark ansteigenden Angriffe von Siedlern im Westjordanland verurteilt und fordern ein sofortiges Ende der zivilen Opfer.
Intensivierte Angriffe in Gaza
In den letzten Tagen hat das israelische Militär mehrere Angriffe im Gazastreifen durchgeführt, darunter ein Drohnenangriff, der sieben Menschen tötete, sowie ein Schusswechsel in der Nähe eines Lebensmittelgeschäfts westlich des Flüchtlingslagers Nuseirat. Ein Lehrer wurde verletzt, als er in einem provisorischen Lernraum westlich von Khan Younis von israelischen Streitkräften beschossen wurde. Laut Angaben des Büros des Hohen Kommissars für Menschenrechte (OHCHR) wurden vom 13. bis zum 20. Juli mindestens 57 Palästinenser getötet, darunter sechs Kinder und acht Frauen.
Opferzahlen und Zivilisten
Seit dem Waffenstillstand im Oktober 2025 haben nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums über 1.100 Palästinenser im Gazastreifen ihr Leben verloren. Das OHCHR hat bis Mitte April 685 Tötungen verifiziert, darunter 283 Frauen und Kinder. Unter den Opfern des genannten Wochenzeitraums wurden 34 Personen weit entfernt von der von Israel festgelegten „gelben Linie“ getötet, was die Gefahr für Zivilisten weiter erhöht.
Verschiebung der „gelben Linie“
Die von Israel festgelegte „gelbe Linie“, die den westlichen Rand der militärischen Kontrolle markiert, wird kontinuierlich nach Westen verschoben. Durch diese Verschiebung geraten immer mehr Bewohner in unmittelbare Schusszonen, was nach Aussage von OHCHR-Vertreter Thameen Al‑Kheetan eine Verletzung des humanitären Völkerrechts darstelle.
Zunahme der Gewalt im Westjordanland
Im Westjordanland machen Angriffe von Siedlern seit 2026 bereits 55 % aller registrierten Verletzungen von Palästinensern aus. Zwischen dem 7. und 13. Juli wurden etwa 65 Palästinenser, darunter 18 Kinder und 10 Frauen, von israelischen Streitkräften oder Siedlern verletzt. In der Gemeinde Hiwara südlich von Yatta wurden 45 Palästinenser von Siedlern angegriffen, darunter 12 Kinder, 10 Frauen und ein älterer Mann.
Bildungs‑ und Gesundheitslage
Trotz anhaltender Unsicherheit konnten humanitäre Partner im ersten Halbjahr 2026 rund 435 000 Kinder Zugang zu strukturiertem Unterricht in 610 provisorischen Lernräumen verschaffen. Gleichzeitig unterstützte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die medizinische Evakuierung von neun Kindern und 15 Begleitpersonen nach Jordanien sowie die Evakuierung eines Erwachsenen nach der Türkei. Seit Oktober 2023 wurden insgesamt 12 700 Patienten, darunter 6 163 Kinder, in über 30 Länder verlegt.
Reaktion der UN
Ein Sprecher der Vereinten Nationen betonte, dass nach internationalem humanitärem Recht Zivilisten und zivile Infrastruktur geschützt werden müssen. Der Hohe Kommissar für Menschenrechte erklärte, dass die gesamte Gaza‑Region weiterhin von einer israelischen Besatzung geprägt sei und ein faires, dauerhaftes Zwei‑Staaten‑Lösungsmodell umgesetzt werden müsse.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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