UN: UN-Marineagentur evakuiert rund 2.500 Seefahrer, Rettungsaktion nach Angriff ausgesetzt
Operation und Evakuierung
Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) teilte am Freitag mit, dass etwa 2.500 Seefahrer aus dem Persischen Golf evakuiert wurden, bevor die Rettungsaktion nach einem Angriff auf ein Handelsschiff pausiert wurde.
Umfang der Rettungsaktion
In den ersten dreieinhalb Tagen verließen 115 Schiffe mit rund 2.500 Besatzungsmitgliedern den Golf. Die Maßnahme war Teil einer größeren Evakuierung, die seit Ausbruch des Konflikts im Februar rund 11.000 Besatzungen auf 600 Schiffen unterstützen soll.
Vorfall mit der Ever Lovely
Das Containerschiff Ever Lovely wurde beim Durchfahren der Straße von Hormus nahe der omanischen Küste getroffen. Das Schiff war nicht Teil der IMO‑Operation. Arsenio Dominguez, Leiter der UN‑Agentur, erklärte, dass das Schiff keine Genehmigung der omanischen Behörden erhalten habe.
Geopolitische Rahmenbedingungen
Die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt, ist ein strategisch bedeutender Wasserweg. Das kürzlich unterzeichnete Memorandum zwischen Washington und Teheran öffnete die Durchfahrt prinzipiell, ließ jedoch offen, welche Instanz die Navigation letztlich kontrolliert.
Reaktionen der beteiligten Staaten
Iran betonte erneut sein Recht, den Schiffsverkehr zu regulieren, während die USA, Oman und die IMO einen südlichen Korridor koordinierten. Nach dem Angriff wurden vier Schiffe über den nördlichen, von Iran verwalteten Korridor und elf über den südlichen Korridor geleitet; die Zahlen werden noch geprüft.
Sicherheitslage und Korridore
Das reguläre Verkehrstrennungsgebiet ist wegen noch vorhandener Seeminen nicht nutzbar. Stattdessen werden zwei temporäre Korridore eingesetzt – einer von Iran, einer von Oman/USA unterstützt.
Humanitäre Aspekte
Dominguez betonte, dass die Priorität die Evakuierung der Seefahrer sei, gefolgt von der Entminung der Straße. Mindestens 14 Seefahrer wurden getötet und über 40 Handelsschiffe angegriffen, was die humanitäre Notlage verdeutlicht.
Zukünftige Schritte
Die IMO befindet sich in Gesprächen mit Iran, Oman und den USA, um neue Garantien für die Sicherheit der Schiffe zu erhalten, bevor die Evakuierung wieder aufgenommen wird. Der Seeverkehr bleibt zwar nicht vollständig eingestellt.
Bedeutung für die globale Schifffahrt
Die Situation zeigt, wie eng humanitäre Rettungsbemühungen mit geopolitischen Verhandlungen in einem der wichtigsten maritimen Engpässe der Welt verknüpft sind.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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