Im Juni 2026 berichteten mehrere UN‑Agenturen über steigende Vertreibungszahlen und wachsende humanitäre Bedürfnisse in vier Krisengebieten: Haiti, Libanon, das Gaza‑Streifen und die östliche Demokratische Republik Kongo.
Haiti: Gewalt fĂĽhrt zu Tausenden von Vertriebenen
Laut dem Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) wurden in der Region Artibonite mehr als 2.600 Menschen nach Zusammenstößen bewaffneter Gruppen in der vergangenen Woche vertrieben. Über drei Viertel der Betroffenen suchten Zuflucht in der Gemeinde Marchand‑Dessalines. Gleichzeitig kam es seit dem 13. Juni im Westen, insbesondere in Cité Soleil, zu weiteren Kämpfen, die mehr als 5.000 Menschen vertrieben und die Tätigkeit von Médecins Sans Frontières in einer Entbindungseinrichtung zum Stillstand brachten.
Libanon: Fortgesetzte Unsicherheit trotz Waffenstillstand
Im Libanon verzeichnete OCHA trotz des jüngsten Waffenstillstands zwischen Israel und dem Libanon weiterhin rund 57.000 Menschen in 516 Sammelunterkünften. Viele Bewohner zögern, in ihre Häuser zurückzukehren, weil sie an erneute Kämpfe, die Präsenz der israelischen Verteidigungskräfte und an erhebliche Zerstörungen denken. Die UN‑Truppen in Libanon (UNIFIL) meldeten weiterhin Verstöße gegen den Waffenstillstand.
Gaza: Wasser, Sanitär und Gesundheit bleiben kritisch
Der UN‑Sprecher Stéphane Dujarric erklärte, dass die Vereinten Nationen ihre Unterstützung im Gaza‑Streifen ausbauen, insbesondere im Bereich Wasser, Abwasser und Gesundheitsversorgung. UN‑Partner lieferten über 181 000 Decken, 141 000 Matratzen, 162 000 Hygienekits, 92 000 Menstruationshygienekits und mehr als 3,7 Millionen Liter Trinkwasser. Die UN‑Entwicklungsprogramme (UNDP) stellten fünf zusätzliche Wassermobile bereit, während UNICEF Wasseraufbereitungsmittel lieferte.
DR Kongo: Ebola-Ausbruch verschärft Hungerkrise
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo breitete sich das Ebola‑Virus auf 34 Gesundheitszonen in Ituri, Nord‑ und Süd‑Kivu aus. Das Welternährungsprogramm (WFP) unterstützt mehr als 1,2 Millionen Menschen mit Ernährungshilfe und logistischer Unterstützung. Seit Ende Mai wurden über 36 000 warme Mahlzeiten an Patienten, Pflegepersonal und Beobachtete in Ebola‑Behandlungszentren verteilt.
Finanzierungsstand und weitere BedĂĽrfnisse
Die UN‑Humanitärappeal für 2026 in Höhe von 880 Millionen US‑Dollar ist bislang zu 27 % finanziert; bisher wurden 240 Millionen US‑Dollar bereitgestellt. Das WFP fordert weitere 72 Millionen US‑Dollar für die nächsten sechs Monate, um Nahrungsmittelversorgung, Lufttransport und Logistik im Zusammenhang mit dem Ebola‑Ausbruch aufrechtzuerhalten.
Aussagen von UN‑Vertretern
Stéphane Dujarric forderte in New York am Freitag alle Akteure auf, den Waffenstillstand vollständig einzuhalten und eine Eskalation zu vermeiden, insbesondere während laufender Verhandlungen. Er betonte zudem, dass
Ende der Uebertragung