UN: UN-Menschenrechtsbüro fordert israelische Behörden zum Ende der Belagerung palästinensischer Familien in Qusra auf
Das Büro der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) hat am 13. August 2026 die israelischen Behörden aufgefordert, drei palästinensische Familien im Dorf Qusra im Süden von Nablus zu entlasten, die seit mehreren Tagen von israelischen Siedlern umzingelt werden.
Umstände der Belagerung
Nach Angaben des OHCHR leben etwa 15 Personen, darunter mindestens zwei Kinder, in ständiger Angst, weil die Siedler die Strom- und Wasserversorgung der Häuser gekappt haben. Die Familien wurden zunächst in mehrere Häuser verteilt, später jedoch in ein einziges Haus zusammengeführt, das weiterhin von Siedlern umstellt ist.
Stellungnahme des UN-Vertreters
Ajith Sunghay, Leiter des UN-Büros im besetzten palästinensischen Gebiet, kritisierte das Vorgehen der israelischen Verteidigungskräfte (IDF) und warf ihnen vor, entweder nicht in der Lage oder nicht willens zu sein, die palästinensische Zivilbevölkerung zu schützen. Er sprach von einer möglichen Kollusion zwischen IDF und den Siedlern, die darauf abziele, Palästinenser zu vertreiben.
Reaktion der israelischen Streitkräfte
Die IDF hat zuvor rund 20 weitere palästinensische Familien aus Qusra aus Sicherheitsgründen evakuiert. Gleichzeitig blockierten Sicherheitskräfte laut OHCHR medizinisches Personal, Solidaritätsaktivisten und Journalisten, die das Geschehen dokumentieren wollten. Zwar wurden am Mittwoch einige Zelte der Siedler abgerissen, das Haus der betroffenen Familien blieb jedoch von ihnen umgeben.
Weitere Spannungen im Westjordanland
Der Vorfall in Qusra ereignete sich parallel zu weiteren Siedler‑Gewaltakten, etwa der Sperrung der Stadt Taybeh durch die IDF und der Rückkehr israelischer Siedler nach Ganim, einem der 2005 geräumten Siedlungen im Norden des Westjordanlands.
UNRWA-Bericht und militärische Sperrungen
Das UN‑Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) berichtete, dass seit November 2025 vermehrt Angriffe von Siedlern auf palästinensische Gemeinden im Süd‑Hebron‑Gebirge und im Jordantal stattfinden. Zudem hat das israelische Militär die Sperrzone für die Flüchtlingslager Tulkarm, Nur‑Shams und Jenin bis zum 30. bzw. 20. August 2026 verlängert, wodurch über 34.000 Flüchtlinge weiterhin in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.
Internationale Reaktionen
Die USA haben laut UN‑Berichten versucht, die Belagerung zu beenden. Der US‑Botschafter in Israel bezeichnete die Siedler als „terroristische Akteure“ und forderte deren Entfernung. Das OHCHR appellierte an die Mitgliedstaaten, ihr politisches Gewicht zu nutzen, um die Gewalt zu beenden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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