Hintergrund der Besetzung
Das Westjordanland steht seit dem Krieg von 1967 unter israelischer Besatzung. Seitdem haben sich israelische Siedlungen in dem Gebiet ausgedehnt, wobei im Jahr 2005 vier Siedlungen im Norden des Westjordanlands geräumt wurden. Die Besetzung gilt als zentrales Hindernis für die Verhandlungen über einen zukünftigen palästinensischen Staat.
Aktuelle Lage in Qusra
Im Ort Qusra, südlich von Nablus, wurden drei palästinensische Familien – insgesamt etwa 15 Personen, darunter mindestens zwei Kinder – von Siedlern umgeben und von Strom und Wasser abgeschnitten. Das UN-Büro für Menschenrechte bezeichnete die Aktionen als kriminell und sah sie als Versuch, die Familien zum Verlassen ihrer Häuser zu zwingen.
Reaktion der israelischen Streitkräfte
Nach Angaben des UN-Vertreters Ajith Sunghay habe das israelische Militär zunächst die Familien in ein einziges Haus verlegt, das weiterhin von Siedlern umzingelt sei. Der Sprecher kritisierte, dass die israelischen Streitkräfte entweder nicht in der Lage oder nicht willens seien, die palästinensischen Gemeinden zu schützen, wie es die Genfer Konvention vorsieht, und äußerte den Verdacht einer Zusammenarbeit mit den Siedlern.
Internationale Reaktionen
Der US-Botschafter in Israel habe die Besetzung als „terroristisch“ bezeichnet und die Entfernung der Siedler gefordert. Der UN-Bericht hob hervor, dass seit November 2025 vermehrte Angriffe auf die Bewohner von Qusra stattfinden und dass israelische Sicherheitskräfte den Zugang von Medizinern, Aktivisten und Journalisten blockierten.
Weitere Entwicklungen im Westjordanland
Parallel zu den Vorfällen in Qusra habe das israelische Militär das Dorf Taybeh abgeriegelt, um die dort lebenden Personen vor Siedlerangriffen zu schützen. Zudem seien Siedler nach Ganim zurückgekehrt, einer der 2005 geräumten Siedlungen im Norden des Westjordanlands. Laut UNRWA seien weiterhin neue Siedlungs-Outposts entstanden, und die militärische Sperrzone um die Lager Tulkarm, Nur Shams und Jenin sei bis Ende September bzw. August 2026 verlängert worden. Mehr als 34.000 palästinensische Flüchtlinge seien nach wie vor aus diesen Lagern vertrieben.
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