Kernwarnung des UN-Vertreters
Der UN-Menschenrechtschef Volker Türk hat am Donnerstag eine dringende Warnung ausgesprochen: Eine bevorstehende Bodenoffensive gegen El Obeid, die Hauptstadt des nordkordofanischen Staates, könne zu schweren internationalen Verbrechen führen und die bereits katastrophale humanitäre Lage weiter verschärfen.
Hintergrund des Konflikts
Seit April 2023 befindet sich Sudan in einem bewaffneten Konflikt zwischen den Sudanese Armed Forces und den Rapid Support Forces (RSF). Laut dem Amt für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) sind mehr als 13 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben worden, während weitere Millionen an die Schwelle einer Hungersnot geraten sind.
Militärische Verstärkungen und Luftangriffe
Volker Türk verwies auf Berichte über eine erhebliche Truppenansammlung der RSF und verbündeter Kräfte rund um El Obeid. In den letzten zwei Wochen seien zahlreiche Drohnenangriffe und Artillerieschläge auf die Stadt erfolgt, wobei insbesondere Tankstellen und Lastwagen getroffen wurden, was zu zivilen Opfern und zum Verlust von Grundversorgungsdiensten führte.
Parallelen zu früheren Gräueltaten
Der UN-Vertreter zog Vergleiche zu den Massakern in El Fasher und dem Flüchtlingslager Zamzam im Norden Darfur im Vorjahr. Er betonte, dass das gleiche Vorgehen nun in Nordkordofan zu beobachten sei und rief dazu auf, die Wiederholung solcher Verbrechen zu verhindern.
Aufruf an einflussreiche Staaten
Der UN-Generalsekretär António Guterres, über seinen Sprecher, forderte alle Staaten mit Einfluss auf die Konfliktparteien auf, diesen jetzt auszuüben, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Schrecken von El Fasher in El Obeid wiederholt werden,“ hieß es in der Erklärung.
Humanitäre Lage und Schutz von Helfern
Guterres betonte, dass humanitäre Akteure trotz der sich verschlechternden Sicherheitslage weiterhin Hilfsgüter nach Kordofan transportieren. Ein humanitärer Arbeiter wurde kürzlich bei einem Drohnenangriff in einem Wohngebiet von El Obeid getötet. Der UN-Vertreter forderte, dass humanitäre Lieferungen und das Personal sicher bewegt werden können.
Reaktion der internationalen Gemeinschaft
Laut dem UN-Vertreter haben frühere Warnungen nicht zu einer koordinierten internationalen Reaktion geführt. Er appellierte an die internationale Gemeinschaft, die drohende Menschenrechtskatastrophe ernst zu nehmen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen.
Ausblick und Verantwortung
Volker Türk schloss mit den Worten, dass die Welt die Entwicklungen beobachte und die Verantwortlichen für etwaige Verstöße zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Die Situation in El Obeid bleibe ein kritischer Prüfstein für den internationalen Schutz von Zivilisten in Konflikten.Dieser Bericht basiert auf Informationen von United Nations, lizenziert unter Public Data / Terms of
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