Der Hohe Kommissar für Menschenrechte Volker Türk hat am Montag darauf hingewiesen, dass die Zahl der zivilen Todesopfer im Jemen seit Anfang August deutlich gestiegen sei und alle Konfliktparteien sofortige Zurückhaltung zeigen sollten.
Zivile Opfer seit Anfang August
Seit dem 6. August wurden in von der Regierung kontrollierten Gebieten mindestens 17 Zivilisten bei Angriffen der Houthi‑Gruppe, offiziell Ansar Allah, getötet. In oppositionell kontrollierten Gebieten wurden Ende Juli zwei weitere Opfer gemeldet.
Weitere Angriffe auf Zivilisten
Am 7. August traf ein von Ansar Allah abgefeuerter Raketenangriff das Flüchtlingslager Jaw al‑Naseem in Marib und verletzte sechs Zivilisten, darunter ein Kind. Zwei Tage später verursachten ein Raketen‑ und ein Drohnenangriff im Hafen Al‑Mokha im Gouvernement Taʿizz den Tod von drei Hafenarbeitern und vier Verletzte. Weitere Angriffe auf denselben Hafen am 14. und 15. August werden noch verifiziert.
Schäden an zivilen Einrichtungen
Ein Angriff auf ein Frachtschiff im Bab‑el‑Mandeb‑Straßenabschnitt am 11. August forderte vier Besatzungsmitglieder – drei Pakistaner und einen Indonesier – und verletzte weitere Personen. Zudem wurden ein Treibstofflager und ein Wohnkomplex im saudi‑arabischen Feldkrankenhaus in Mokha getroffen.
UN‑Reaktionen
Der UN‑Sprecher Stéphane Dujarric betonte bei der täglichen Pressekonferenz in New York, dass alle Angriffe das zivile Leid vertiefen und sofort beendet werden müssen. Die Sprecherin des Menschenrechtsbüros Shabia Mantoo ergänzte, dass alle Parteien das humanitäre Völkerrecht einhalten und Angriffe auf Zivilisten sowie zivile Objekte unterlassen sollen.
Gefahr für Handel und humanitäre Lage
Der UN‑Sondergesandte für den Jemen, Hans Grundberg, warnte den Sicherheitsrat, dass Angriffe der Houthi auf die Handelswege im Roten Meer die globale Schifffahrt und den fragilen Waffenstillstand, der seit 2022 besteht, gefährden. Der Menschenrechtschef verwies zudem darauf, dass bereits 18 Millionen Menschen im Jemen von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen sind und weitere Angriffe auf zivile Infrastruktur die humanitäre Lage weiter verschärfen könnten.
Aufruf zur Einhaltung des humanitären Rechts
Herr Türk forderte alle Konfliktparteien auf, das humanitäre und Menschenrechtsrecht zu respektieren, sämtliche Angriffe auf Zivilisten zu vermeiden und alle zumutbaren Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um zivile Todesopfer zu verhindern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von United Nations, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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