International: UN‑Menschenrechtschef warnt vor weiterem Verfall der Lage in Afghanistan
Der UN‑Menschenrechtschef Volker Türk hat am 9. September 2026 in Genf erklärt, dass die Situation der afghanischen Bevölkerung sich von bereits schlechter zu noch schlechter entwickle. Er verwies darauf, dass täglich Grundrechte verletzt würden und die humanitäre Lage weiter eskaliere.
Verschlechterung der Lage
Seit der Rückkehr der Taliban an die Macht im Jahr 2021 hat die Armut in Afghanistan stark zugenommen, während die Behörden systematisch Grundrechte einschränken. Laut UN‑Berichten wurden im ersten Halbjahr 2024 mindestens 449 Personen zu Körperstrafen verurteilt.
Einschränkungen im Alltag
Die Taliban setzen ihre „Office for the Propagation of Virtue and Prevention of Vice“ ein, um Beschränkungen im Bildungs‑ und Arbeitsbereich durchzusetzen. Sowohl Männer als auch Frauen werden wegen angeblicher Verstöße gegen Kleidervorschriften, Bartlänge oder dem Musikhören festgenommen. Medien werden zensiert, Rundfunkanstalten zeitweise geschlossen und Journalistinnen und Journalisten verhaftet.
Repression gegen Frauen
Frauen und Mädchen sind besonders betroffen: Über zwei Millionen haben seit 2021 keinen Zugang zu weiterführender oder Hochschulbildung. Neue Dekrete erschweren die Scheidung, ermöglichen Kinderehen und fördern Gewalt gegen Frauen und Kinder. Der UN‑Chef betonte die „absolute Abwesenheit von Frauen in öffentlichen Entscheidungsprozessen“.
Zwangsrückführungen und Flüchtlingslage
Gleichzeitig kehren immer mehr Afghanen aus Nachbarländern zurück. Laut UNHCR wurden im Berichtszeitraum mehr als 400 000 Menschen zwangsweise aus Iran, Pakistan, der Türkei, Tadschikistan und EU‑Staaten zurückgeführt. Viele kehren in extreme Armut, ohne ausreichende Versorgung mit Nahrung, sauberem Wasser oder Gesundheitsdiensten zurück.
Humanitäre Hilfen
Der UN‑Chief schätzte, dass etwa 21,9 Millionen Menschen – rund 45 % der Bevölkerung – humanitäre Hilfe benötigen, während die internationalen Finanzflüsse „trocken“ bleiben. Er forderte die Staaten auf, ihre Unterstützung zu erhöhen und die humanitären Bedürfnisse vorrangig zu behandeln.
Appell an die Staaten
Volker Türk appellierte an alle Staaten, ihre Politik zu überdenken und das Leid der afghanischen Bevölkerung in den Mittelpunkt zu stellen. Er betonte, dass das weltweite Schweigen die Situation weiter verschärfe.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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