Der UN‑Menschenrechts-Hochkommissar Volker Türk hat am Dienstag erklärt, dass die anhaltenden Bergungsarbeiten in Gaza schwerwiegende Fragen zur Einhaltung des Völkerrechts aufwerfen und mögliche Kriegsverbrechen vermuten lassen.
Bergungszahlen und Vermisste
Nach Angaben palästinensischer Zivilverteidigungsbehörden wurden seit November 2025 mehr als 630 Leichen und andere menschliche Überreste aus Trümmern geborgen; über 8 000 Personen werden weiterhin als vermisst gemeldet. Zwischen dem 27. Juni und dem 27. August wurden 233 von 407 vermuteten Leichen aus 20 zerstörten Gebäuden geborgen, darunter 74 Kinder und 106 Frauen.
Aufruf zu internationalen Ermittlungen
Der Hochkommissar forderte, dass internationale Ermittler uneingeschränkten Zugang zu allen Teilen Gazas erhalten, um Beweismaterial zu sichern. Er betonte, dass die Dokumentation von Opfern, die Sicherung forensischer Informationen und die Information der Angehörigen unabdingbar seien.
Einschränkungen durch israelische Behörden
Israel weigere sich, schwere Maschinen für die Trümmerbeseitigung zuzulassen, was die Bergungsarbeiten erheblich behindere. Der Hochkommissar verwies darauf, dass in Gebieten, in denen israelische Truppen präsent seien, weiterhin Bulldozer eingesetzt würden, ohne Rücksicht auf die unter den Trümmern liegenden Toten.
Frühere Untersuchungen und mögliche Rechtsverstöße
Ein im Jahr 2024 veröffentlichter Bericht des Hochkommissariats (OHCHR) dokumentierte den Einsatz von Bomben mit einer Sprengkraft von bis zu 2 000 lb zwischen dem 9.
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