Die unabhängige Fact-Finding Mission der Vereinten Nationen hat am 16. September 2026 schwere Menschenrechtsverletzungen in venezolanischen Haftanstalten bestätigt. In der Höchstsicherheitszelle El Rodeo wurden politische Häftlinge einer erzwungenen Intubation unterzogen und in versiegelten Untergrundbehältern festgehalten. Weitere Berichte aus der Militäranlage Fuerte Guaicaipuro sprechen von Grubenzellen, Kälte, Nahrungsentzug und Praktiken, die die UN als Folter einstuft.
Hintergrund der Mission
Die Beobachtungen folgen auf die US‑Militäraktion, bei der der ehemalige Präsident Nicolás Maduro im Januar 2026 festgenommen wurde. Trotz des Führungswechsels blieben die staatlichen Strukturen, die für Repression und Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, weitgehend unverändert.
Verurteilte Menschenrechtsverletzungen
Die Mission identifizierte nach dem 3. Januar 2026 allein 64 neue Fälle von Folter. Zusätzlich wurden Häftlinge häufig von sicherem Trinkwasser, ausreichender Nahrung, Medikamenten und medizinischer Versorgung ausgeschlossen, was zu zahlreichen Todesfällen im Gewahrsam führte.
Arbiträre Verhaftungen
Zwischen dem 1. September 2025 und dem 29. Juli 2026 wurden von zivilgesellschaftlichen Organisationen mindestens 214 willkürliche Festnahmen aus politischen Gründen registriert. Davon entfielen 94 % auf das Jahr 2025, wobei nach dem Januar‑Ereignis ein Muster kurzfristiger Festnahmen zur Einschüchterung von Aktivisten, Journalisten und anderen Akteuren erkennbar ist.
Gefangene und Todesfälle
Schätzungen von Nichtregierungsorganisationen gehen von 379 bis 500 Personen aus, die weiterhin aus politischen Gründen inhaftiert sind. Der Fall des Straßenhändlers Víctor Quero Navas, der im Januar 2025 verhaftet wurde und im Mai 2026 an den Folgen einer erzwungenen Verschwindenheit starb, verdeutlicht die Lage. Seine Mutter, Carmen Teresa Navas, verstarb zehn Tage nach der Mitteilung über den Tod ihres Sohnes.
Reaktionen der Mission
Sofía Macher, Vorsitzende der Mission, betonte, dass die Reduktion der härtesten Repressionsformen zwar bemerkenswert sei, aber noch keine Systemtransformation darstelle. María Eloisa Quintero, Expertin der Mission, forderte die venezolanische Regierung auf, Verantwortung zu übernehmen, ein opferzentriertes Übergangsjustizmodell zu etablieren und die Rückkehr zum Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs zu vollziehen.
Ausblick
Die Mission stellte fest, dass keine institutionellen Reformen umgesetzt wurden, die sogenannten „colectivos“ weiterhin bewaffnet sind und dass zahlreiche Beamte, die zuvor wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen identifiziert wurden, weiterhin Schlüsselpositionen innehaben. Die Vereinten Nationen rufen zu umfassender Rechenschaftspflicht und zur Zusammenarbeit mit internationalen Menschenrechtsmechanismen auf.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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