UN-Polizei unverzichtbar für Friedensmissionen – Chef von UN-Friedensmissionen fordert mehr Unterstützung
Der Leiter des UN-Friedensoperationsbereichs, Jean‑Pierre Lacroix, forderte am 5. Februar 2026 im Rahmen der jährlichen Sicherheitsrats‑Briefing‑Veranstaltung für Polizeikomponenten der UN‑Friedensoperationen verstärkte Unterstützung für die im Feld eingesetzten UN‑Polizisten. Er betonte, dass die Polizeikräfte trotz begrenzter finanzieller Mittel und wachsender politischer Unsicherheit ihre Aufgaben mit Engagement, Professionalität und Mut erfüllen.
Rolle der UN‑Polizei in Friedensmissionen
UN‑Polizisten seien nach Angaben des Friedenschefes ein zentrales Element für die Gemeinschaftsarbeit, institutionelle Reformen und die Verhinderung von krimineller sowie interkommunaler Gewalt. Sie agierten zudem in besonders unsicheren Umfeldern, etwa in überfüllten Lagern für Vertriebene, und übernahmen Aufgaben, die eine polizeiliche Reaktion erforderten.
Finanzielle Herausforderungen und Sparmaßnahmen
Der Bericht wies auf die anhaltende Liquiditätskrise im UN‑System hin, die zu Kosteneinsparungen, Personalabbau bei Zivilangestellten sowie zur Rückführung von Militär‑ und Polizeikräften geführt habe. Lacroix betonte, dass Effizienzsteigerungen nicht den Ersatz für vorhersehbare und nachhaltige Finanzierungen darstellen können. Ohne die vollständige und rechtzeitige Zahlung der von den Mitgliedstaaten festgelegten Beiträge sei die Fähigkeit der Friedensmissionen, ihre Mandate zu erfüllen, stark gefährdet.
Initiative A4P+ und Prioritäten
Im Rahmen der Initiative „Action for Peacekeeping“ (A4P+) wurden sieben Prioritätsbereiche definiert, darunter die Stärkung politischer Lösungen, die Integration von strategischen und operativen Maßnahmen sowie die Investition in Fähigkeiten und Denkweisen. Der Frauen‑Frieden‑und‑Sicherheit‑Agenda wurde dabei eine zentrale Rolle zugeschrieben, wobei jedoch auf die Fragilität des Fortschritts bei der Beteiligung von Frauen hingewiesen wurde.
Politische Verpflichtungen und neue Bedrohungen
Auf das Friedensministertreffen 2025 in Berlin verwies Lacroix, das erhebliche Zusagen für spezialisierte Rollen, schnelle Einsatzfähigkeit und Ausbildung hervorgebracht habe. Er betonte, dass diese Zusagen notwendig seien, um UN‑Polizisten auf neue Bedrohungen wie transnationale organisierte Kriminalität, cyber‑gestützte Kriminalität, klimabedingte Unsicherheit und den Missbrauch neuer Technologien vorzubereiten.
Ausblick und Appell an die Mitgliedstaaten
Abschließend forderte der Friedenschef die internationale Gemeinschaft auf, die finanziellen Mittel den wachsenden Aufgaben der UN‑Polizei anzupassen, politische Einheit zu bewahren und die institutionellen Errungenschaften der A4P+‑Initiative zu schützen. Nur durch ausreichende Ressourcen könne die UN‑Polizei den steigenden Anforderungen gerecht werden.
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