UN‑Programme stärken Bildung von Kindern in Haiti trotz anhaltender Gewalt
In Haiti hat die anhaltende Unsicherheit durch bewaffnete Banden die Lebensbedingungen von Zehntausenden Menschen stark beeinträchtigt, insbesondere die Bildung von Kindern. Die Gewalt hat zahlreiche Familien gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und in behelfsmäßigen Unterkünften zu leben.
Sicherheitslage und Schulschließungen
Im Schuljahr 2024/2025 wurden mehr als 1.600 Schulen durch direkte Gewalteinwirkung geschlossen, während zahlreiche weitere von bewaffneten Gruppen besetzt wurden. In den überfüllten Notunterkünften fehlt es an Lehrmaterialien, Lehrkräften und grundlegender Infrastruktur, was das Lernen für viele Kinder nahezu unmöglich macht.
Bildungsinitiativen der UN
Um den Bildungsdefiziten entgegenzuwirken, hat das UN‑Programm „Education Cannot Wait“ in Zusammenarbeit mit UNICEF Auffrischkurse für rund 17.500 Kinder, darunter 10.500 Mädchen, organisiert. Diese Kurse ermöglichen den Kindern, verpasste Lerninhalte nachzuholen und Prüfungen abzulegen.
Persönliche Geschichte von Dieussika
Die 13‑jährige Dieussika, die mit ihrer Familie aus Port‑au‑Prince fliehen musste, setzte trotz schwieriger Lebensbedingungen ihren Schulbesuch fort. Nach einer Nacht, in der starker Regen ihre Bücher und Kleidung durchnässte, trocknete sie die Materialien eigenhändig, um ihr Studium nicht zu unterbrechen.
Berufliche Qualifizierung
Im Rahmen der Auffrischkurse erhielten die Teilnehmer zusätzlich Schulungen in Handarbeiten wie Häkeln, Lederverarbeitung und Kosmetik, um ihnen berufliche Perspektiven zu eröffnen. Dieussika berichtete, dass diese Angebote ihr Selbstvertrauen gestärkt und neue Zukunftsperspektiven eröffnet haben.
Erreichte Reichweite
Laut UN‑Angaben haben die Bildungs‑ und psychosozialen Unterstützungsprogramme bislang über 17.500 Kinder erreicht, wobei ein signifikanter Teil der Begünstigten Mädchen sind, die besonders von Schulabbrüchen bedroht sind.
Ausblick
Dieussikas Appell, Erwachsene „gib nicht auf die Kinder“ zu nennen, unterstreicht die Notwendigkeit fortgesetzter Investitionen in Bildung, um die langfristige Resilienz der haitianischen Jugend zu sichern. Weitere Unterstützung durch internationale Partner wird als entscheidend für die Wiederherstellung des Bildungssystems angesehen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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