Ein Notfalltreffen des UN‑Sicherheitsrats wurde einberufen, um die jüngsten Gewalttaten in Haiti zu erörtern. Das Treffen findet am 28. August 2026 um 15 Uhr Ortszeit statt und soll die aktuelle Lage sowie mögliche Maßnahmen beleuchten.
Hintergrund der Gewalt
Seit April 2026 haben sich die Zahlen der von Gangs verübten Gewalt in Haiti stark erhöht. Laut dem Bericht des UN‑Integrierten Büros in Haiti (BINUH) wurden zwischen dem 1. April und dem 30. Juni 1.408 Menschen getötet und 656 verletzt. Zusätzlich wurden 326 Personen sexueller Gewalt ausgesetzt.
Aktuelle Vorfälle
Am 23. August kam es in Kenscoff bei Port‑au‑Prince zu einem besonders schweren Angriff, bei dem mindestens 47 Menschen starben, 22 weitere verletzt und mehr als 52 Personen entführt wurden.
Illegale Waffenströme
Der UN‑Menschenrechtsrat (OHCHR) weist darauf hin, dass weiterhin Waffen und Munition illegal nach Haiti gelangen und die bewaffneten Gangs stärken. Trotz des seit 2022 bestehenden Waffenembargos des Sicherheitsrats wurde in den sozialen Medien ein neuer Waffenlieferungsnachweis veröffentlicht.
Internationale Reaktionen
Der Sicherheitsrat erinnerte an die Autorisierung einer multinationalen Sicherheitsunterstützungsmission im Jahr 2023 sowie an die Einrichtung einer speziellen Gang‑Unterdrückungskraft im Jahr 2025, um die Lage zu stabilisieren.
Ausblick
Die bevorstehende Sitzung soll mögliche Verstärkungen der bestehenden Missionen diskutieren und weitere Maßnahmen gegen den Waffenimport prüfen. Beobachter betonen, dass eine koordinierte internationale Antwort nötig sei, um die Gewaltspirale zu durchbrechen.
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