UN stoppt Nahrungsmittelkonvoi nach Angriffen in Südsudan
Die Vereinten Nationen haben am 4. Februar 2026 die humanitäre Nahrungsmittelversorgung in Baliet County, Upper Nile, ausgesetzt, nachdem ein Konvoi mit über 1.500 metrischen Tonnen Lebensmitteln mehrfach von bewaffneten Jugendlichen angegriffen und geplündert wurde.
Angriff auf den Konvoi
Der zwölf Boote umfassende Konvoi, der die Hilfe vom Fluss transportierte, wurde zwischen Freitag und Sonntag an mehreren Stellen überfallen. Trotz vorheriger Sicherheitszusagen wurde die Ladung in verschiedenen Orten geraubt.
Aussetzung der Hilfsmaßnahmen
Das Welternährungsprogramm (WFP) erklärte, dass sämtliche Aktivitäten in Baliet County solange eingestellt bleiben, bis die Sicherheit von Personal, Partnern und Auftragnehmern gewährleistet ist und die Behörden unverzüglich die gestohlenen Güter zurückholen. Ein Sprecher des WFP betonte: „Angriffe auf humanitäre Akteure sind niemals akzeptabel.“
Erschwerte humanitäre Lage
Die Angriffe spiegeln einen breiteren Zusammenbruch des humanitären Zugangs wider, insbesondere im benachbarten Jonglei. Laut dem Büro für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA) haben Luftangriffe und Kämpfe seit Ende Dezember rund 280.000 Menschen vertrieben, davon mehr als 235.000 im Jonglei. Viele Flüchtlinge haben nur eingeschränkten Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und Gesundheitsdiensten.
Gesundheitsversorgung in Gefahr
Die Ärzte ohne Grenzen berichteten, dass Regierungstruppen am 3. Februar ihr Krankenhaus in Lankien, Jonglei, bombardierten und das Hauptlager samt kritischer Medikamente zerstörten. In derselben Nacht wurde eine weitere Einrichtung in Pieri geplündert, wodurch rund 250.000 Menschen ohne medizinische Versorgung blieben.
Steigende Nahrungsunsicherheit
UN‑Agenturen warnen, dass die anhaltende Gewalt die Nahrungsunsicherheit deutlich verschärfen wird. Prognosen zeigen, dass die Zahl der Kreise mit Notstandshunger (IPC‑Phase 4) zwischen Februar und Mai sich mehr als verdoppeln könnte, während einige Haushalte Gefahr laufen, in die Katastrophenphase (IPC‑Phase 5) zu fallen. Das WFP hat zudem die Vorhaltung von 12.000 metrischen Tonnen Nahrung für die Regenzeit im Jonglei aus Sicherheitsgründen pausiert.
Cholera‑Bedrohung
Seit September 2024 wurden in Südsudan fast 98.000 Cholera‑Fälle gemeldet, mit über 1.600 Todesopfern. Der Jonglei zählt zu den am stärksten betroffenen Gebieten, wobei Behandlungseinrichtungen überlastet sind.
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