Die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung zeigen, dass die Datenzentren in Hongkong zu den carbon‑intensivsten weltweit zählen, weil der lokale Strommix stark auf fossile Brennstoffe setzt. Laut dem Bericht „Environmental Cost of AI’s Energy Use“ liegt der CO2‑FuĂźabdruck des Stromnetzes von Hongkong um 43 % ĂĽber dem globalen Durchschnitt.
Carbonintensität im internationalen Vergleich
Der UN‑Universitäts‑Institute for Water, Environment and Health führt weiter aus, dass Indonesien (62 %), Indien (51 %) und Hongkong (43 %) zu den höchsten Abweichungen vom globalen Mittelwert gehören. Im Gegensatz dazu liegen Polen (30 %) und das chinesische Festland (21 %) unterhalb dieser Schwelle, während die USA, Deutschland und Italien mit 18 %, 24 % bzw. 32 % unter dem globalen Durchschnitt liegen.
Energieversorgung Hongkongs
Der Bericht gibt an, dass 67 % des in Hongkong verbrauchten Stroms aus fossilen Quellen stammen, 32 % aus Kernenergie und lediglich 1 % aus erneuerbaren Energien. Diese Zusammensetzung erklärt die hohe CO2‑Intensität der dort betriebenen Datenzentren.
Auswirkungen auf Wasser und Land
Die Studie weist zudem auf den Wasser‑ und Landverbrauch von KI‑bezogenen Rechenzentren hin. Bis Ende des Jahrzehnts könnte der Wasserverbrauch dem Grundbedarf von 1,3 Milliarden Menschen entsprechen, während der Landverbrauch 14 500 km² überschreiten könnte – etwa das Doppelte der Metropolregion Jakarta. Trotz dieser Werte wird Hongkong im Vergleich zu anderen Regionen als relativ gering im Wasser‑ und Landverbrauch eingestuft, weil der Strommix wenig erneuerbare Energien nutzt, die größere Flächen beanspruchen.
Infrastruktur und Ausbau
Hongkong bleibt mit rund 300 Internet‑Dienstanbietern ein bedeutender Standort für Datenzentren. Das digitale Politikbüro weist auf zwölf externe Unterseekabelsysteme hin, die bereits existieren und weitere in Planung sind. Im März kündigte die Regierung den Bau einer neuen 110 000 m²‑großen Datenanlage in Sandy Ridge an, von der 90 % für Datenzentren vorgesehen sind.
Politische MaĂźnahmen und Effizienzinitiativen
Laut der Website des Digital Policy Office bemühen sich Betreiber, die Energieeffizienz zu steigern, um Stromverbrauch, Betriebskosten und Umweltbelastungen zu senken. Das Electrical and Mechanical Services Department hat mit dem Green Data Centres Practice Guide Richtlinien für energieeffizientes Design, Beschaffung, Betrieb und Entsorgung veröffentlicht und fördert Werkzeuge zur Messung ökologischer Auswirkungen.
Tägliche KI‑Nutzung dominiert den Energiebedarf
Der UN‑Bericht betont, dass die tägliche Nutzung von KI‑Modellen 80‑90 % des gesamten KI‑Energiebedarfs ausmacht, während das Training nur einen kleinen Teil beiträgt. Als Beispiel nennt er ChatGPT, das rund 2,5 Milliarden Anfragen pro Tag verarbeitet; Bildgenerierung verbraucht dabei tausendmal mehr Energie als reine Textabfragen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Creative Commons BY. Offene journalistische Inhalte.
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