UN: UN und Rotes Kreuz fordern neue Regeln für autonome Waffensysteme
Ein dringender Appell wurde am 25. August 2026 in Genf veröffentlicht, in dem die Vereinten Nationen und das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) neue, verbindliche Regelungen für autonome Waffensysteme fordern.
Zielsetzung des Aufrufs
Der Appell richtet sich gegen zwei Kategorien von autonomen Waffen: Systeme, deren Handlungen unvorhersehbar sind, und solche, die gezielt Menschen anvisieren. Beide Kategorien werden als Gefahr für die Wahrung des menschlichen Kontrollverlusts über tödliche Gewalt bezeichnet.
Stellungnahmen der Führungskräfte
UN-Generalsekretär António Guterres betonte, dass die Menschheit „gefährlich nahe daran sei, die moralische Grenze zu überschreiten, wenn Maschinen Menschen eigenständig anvisieren“. In einer gemeinsamen Erklärung mit IKRK-Präsidentin Mirjana Spoljaric Egger wurde hervorgehoben, dass das autonome Anvisieren von Zivilisten nach internationalem humanitären Recht verboten sei, jedoch die Identifikation von Nicht‑Kombattanten in Konfliktgebieten zunehmend schwieriger werde.
Rechtliche und ethische Bewertung
Mélanie Régimbal, Leiterin der Abrüstungsabteilung der UN in Genf, wiederholte die langjährige Position des Generalsekretärs, dass Systeme, die Ziele auswählen und töten, ohne menschliche Kontrolle, „politisch inakzeptabel, moralisch abstoßend und nach internationalem Recht zu verbieten“ seien.
Warnungen des Roten Kreuzes
Laurent Gisel, Leiter der Abteilung für Waffen und Kriegshandlungen beim IKRK, schilderte, dass moderne Konflikte durch rasche Veränderungen gekennzeichnet seien: Ein Kombattant könne sich ergeben, während Zivilisten plötzlich in das Einsatzgebiet autonomer Systeme eindringen könnten, was die Unterscheidung zwischen Kämpfern und Nicht‑Kämpfern erschwere.
Appell an die Staaten
Die beiden Organisationen fordern die Regierungen auf, über Diskussionen hinauszugehen und Verhandlungen zu einem rechtlich bindenden Instrument aufzunehmen, das klare Verbote und Beschränkungen festlegt. Sie warnten, dass das Versäumnis, jetzt zu handeln, die Verantwortlichkeit für tödliche Entscheidungen in Zukunft erheblich erschweren könnte.
Ausblick auf die CCW‑Konferenz
Der Appell wurde im Vorfeld der siebten Überprüfungskonferenz des Vertrags über bestimmte konventionelle Waffen (CCW) im November 2026 in Genf ausgesprochen. Die Konferenz wird als wichtigster Rahmen für Staaten angesehen, um über ein verbindliches Regelwerk zu verhandeln.
Frühere Initiativen
Der erste gemeinsame Aufruf von UN und IKRK erfolgte 2023 mit dem Ziel, bis 2026 ein verbindliches Abkommen zu erreichen. Das aktuelle Statement betont, dass die bisherige Arbeit nun zu konkreten Verhandlungen führen müsse, um Innovationen im Bereich künstlicher Intelligenz dem Schutz der Menschheit zu unterwerfen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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