Ein UN‑Menschenrechtsmission warnt, dass die Stadt El Obeid im Sudan nicht zum nächsten Tatort werden dürfe, weil dort ähnliche Muster von Gewalt wie in El Fasher beobachtet werden. Die Untersuchung weist auf Indikatoren einer möglichen Völkermordspur hin und fordert die internationale Gemeinschaft zu sofortigem Handeln auf.
FrĂĽhere Befunde zu El Fasher
Im Februar hatte die Mission bereits in einem Bericht Genozid‑Merkmale in El Fasher dokumentiert. Dort hatten die Rapid Support Forces (RSF) im Oktober massenhafte Tötungen, Entführungen und Vergewaltigungen begangen. Mohamed Chande Othman, Vorsitzender der UN‑Faktenfindungsmission für den Sudan, betonte, dass die Muster von Einkesselung, Angriffen auf zivile Infrastruktur und Einschränkungen des humanitären Zugangs eine klare Warnung darstellen.
Aktuelle Lage in El Obeid
El Obeid, die Hauptstadt des Bundesstaates Nord‑Kordofan, stehe derzeit unter Kontrolle der sudanesischen Streitkräfte (SAF), erlebe jedoch seit 18 Monaten belagerungsähnliche Zustände. Laut UN‑Menschenrechtschef Volker Türk habe die Stadt mit Stromausfällen, Wasserversorgungsunterbrechungen und eingeschränkter Krankenhausfunktion zu kämpfen. In drei Wochen im Juni habe die UN 15 Drohnenangriffe verifiziert, bei denen mindestens 45 Zivilisten getötet wurden.
Appell der UN‑Mission
Die Mission fordert nach einer am 6. Juli vom UN‑Menschenrechtsrat verabschiedeten Resolution dringende Maßnahmen: ein Waffenstillstand, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen, und eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH). Joy Ngozi Ezeilo, Mitglied der Mission, betonte, dass die Erkenntnisse aus El Fasher die Notwendigkeit sofortiger Schutzmaßnahmen unterstreichen. Mona Rishmawi fügte hinzu, dass die internationale Gemeinschaft noch ein Fenster habe, um weitere Gräueltaten zu verhindern.
Die bisherigen Kriegsschätzungen gehen von mindestens 59 000 Toten und 14 Millionen Vertriebenen aus. Insgesamt benötigen 33,7 Millionen Menschen humanitäre Unterstützung, während der Zugang zu Hilfsbedürftigen stark eingeschränkt sei. Die UN stuft die Lage in Sudan als die schwerste humanitäre Krise der Welt ein.
Die UN‑Untersucher betonen, dass die Warnungen vor El Fasher nicht beachtet wurden und fordern nun ein sofortiges Eingreifen, um ein Wiederholen der dortigen Gräueltaten in El Obeid zu verhindern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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