Am 26. Juni 2026 hat James Swan, der neue Leiter der UN‑Stabilisierungsmission MONUSCO in der Demokratischen Republik Kongo, im Sicherheitsrat betont, dass alle Beteiligten an den Friedensabkommen für den Osten des Landes die Dynamik aufrechterhalten und ihre Verpflichtungen vollständig umsetzen müssen.
Hintergrund der Friedensabkommen
Der Friedensweg basiert auf dem Washington‑Abkommen zwischen der DR Kongo und Ruanda, dem Doha‑Rahmen für ein umfassendes Friedensabkommen sowie der Vermittlung der Afrikanischen Union. Diese Initiativen sollen einen klaren Pfad zur Beilegung des langjährigen Konflikts im Osten bieten.
Sicherheitslage im Osten
Die Lage bleibt laut Swan hochgradig instabil. In den Provinzen Nord‑Kivu, Süd‑Kivu und Ituri kämpfen die Allianz Fleuve Congo/23 März‑Bewegung (AFC/M23) – unterstützt von ruandischen Kräften – gegen die kongolesische Armee (FARDC) und verbündete Gruppen. In Nord‑Kivu konzentrieren sich die Kämpfe auf Rubaya und das Gebiet um Rutshuru, während in Süd‑Kivu die Hochebene betroffen ist.
Zivile Opfer und Menschenrechtsverletzungen
Seit dem 19. März dokumentierte MONUSCO 632 zivile Todesopfer in Nord‑Kivu und Ituri. Die Allianz Demokratischer Kräfte (ADF) tötete 287 Zivilisten in Ituri, darunter 44 Frauen, und 66 Zivilisten in Beni, darunter 17 Frauen und drei Kinder. Insgesamt wurden 1 221 Menschenrechtsverletzungen registriert, darunter geschlechtsspezifische Gewalt, die 2 968 Opfer betraf – davon 392 Frauen und 378 Kinder.
UN‑Maßnahmen und Friedensmonitoring
MONUSCO hat Räumlichkeiten in Goma für das Monitoring‑ und Verifikationssystem des Doha‑Prozesses bereitgestellt und unterstützt die Logistik für Friedensüberwachungsmissionen. Zwischen März und Juni erleichterte die Mission die Rückführung von 156 ehemaligen ruandischen Kämpfern und 163 Angehörigen anderer ausländischer bewaffneter Gruppen.
Humanitäre Lage und Ebola
Fast 27 Millionen Menschen, mehr als ein Viertel der Bevölkerung, leiden unter Ernährungsunsicherheit. Ein humanitärer Plan von 1,4 Milliarden US‑Dollar, der 7,3 Millionen Menschen unterstützen soll, ist zu 53 % finanziert. Zusätzlich belastet ein Ebola‑Ausbruch, der am 15. Mai ausgerufen wurde, die ohnehin überlasteten Gesundheitssysteme im Konfliktgebiet.
Ausblick und Forderungen
Swan forderte alle Parteien auf, den Kurs der Washington‑ und Doha‑Abkommen beizubehalten und die beiden Sicherheitsrat‑Resolutionen vollständig zu respektieren, die die Souveränität und territoriale Integrität der DR Kongo betonen. Er betonte, dass MONUSCO weiterhin die Bestrebungen der kongolesischen Bevölkerung nach nachhaltigem Frieden, Sicherheit und Entwicklung unterstütze.
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