UN: UN-Vertreter warnt vor rascher Verengung des Handlungsspielraums zur Verhinderung einer Eskalation in El Obeid
Am 26. Juni 2026 warnte ein hochrangiger UN‑Vertreter, dass das Zeitfenster, um eine breitere Eskalation in der sudanesischen Stadt El Obeid zu verhindern, sich rapide verkleinert, während die Kämpfe in und um die Hauptstadt des Bundesstaates Nord‑Kordofan weiter zunehmen.
Intensivierte Kämpfe in El Obeid
Unterstaatssekretärin für politische Angelegenheiten und Friedenssicherung Rosemary DiCarlo berichtete dem Sicherheitsrat, dass in den vergangenen zwei Wochen Drohnenangriffe beider Konfliktparteien in El Obeid deutlich zugenommen haben und die Rapid Support Forces ihre Präsenz in und um die Stadt ausgebaut haben.
Humanitäre Gefahr für Zivilbevölkerung
Nach Angaben der UN‑Kinderrechtsagentur UNICEF sind etwa 500 000 Zivilisten in der Region akut gefährdet, wobei Kinder einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind. UNICEF-Vertreter Hannan Sulieman betonte, dass seit Kriegsbeginn mehr als 5 700 schwere Verstöße gegen Kinder dokumentiert wurden, davon über 5 000 Todes- oder Verstümmelungsfälle.
Drohnen und externe UnterstĂĽtzung
DiCarlo verwies darauf, dass die zunehmende Nutzung von Drohnen den Konflikt unberechenbarer und tödlicher für die Zivilbevölkerung mache. Sie kritisierte, dass die Konfliktparteien ohne die von externen Akteuren bereitgestellte hochentwickelte Bewaffnung nicht in der Lage seien, das aktuelle Kampftempo aufrechtzuerhalten, und forderte diese Akteure auf, ihren Einfluss zur Beendigung des Krieges zu nutzen.
Regionale Spannungen
Die Sprecherin erinnerte außerdem an die im Mai eskalierten Spannungen zwischen Sudan und Äthiopien sowie an anhaltende Konflikte an der Grenze zu Tschad, die das Risiko einer weiteren regionalen Ausweitung des Konflikts erhöhen könnten.
Internationale VermittlungsbemĂĽhungen
Die UN unterstützt derzeit mehrere Initiativen, darunter das „Quad“-Projekt (USA, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Ägypten) zur Sicherung eines humanitären Waffenstillstands, sowie die Arbeit des „Quintet“ – einer Partnerschaft von Afrikanischer Union, Europäischer Union, IGAD, Arabischer Liga und den Vereinten Nationen – die in Addis Abeba Gespräche mit sudanesischen Zivilgesellschaften geführt hat.
Kinder in der Gewalt
Sulieman forderte vier konkrete Maßnahmen: sofortiges Handeln zur Verhinderung einer weiteren Eskalation in El Obeid, den Schutz von Kindern und ziviler Infrastruktur, die Unverletzlichkeit von Schulen, Krankenhäusern und Wasserversorgungsanlagen sowie die Schaffung von Bedingungen für einen Friedensprozess, der von den sudanesischen Akteuren selbst geleitet wird.
Ausblick
Die UN betont, dass ein umfassender Waffenstillstand nur im Zusammenhang mit einer nachhaltigen politischen Lösung wirksam sein kann und ruft alle Konfliktparteien zu ernsthaften Verhandlungen auf, um das wachsende Leid der Zivilbevölkerung zu beenden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von den Vereinten Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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