International: UN warnt: Fortschritte bei Ernährungssicherheit in Gaza sind fragil
Fragile Fortschritte bei Ernährungssicherheit
Die Ernährungs- und Kindernährungsverbesserungen im Gazastreifen beruhen laut den Vereinten Nationen (FAO, UNICEF, WFP) auf einer Ausweitung humanitärer Hilfe und des kommerziellen Verkehrs, doch die Lage bleibt anfällig und könnte sich ohne gesicherte Zugänge, Finanzierung und Wiederaufbau schnell verschlechtern. Laut dem UN‑basierten Global Food Security Monitor IPC befinden sich 1,4 Millionen Menschen – 67 % der Bevölkerung – in einer Krise oder schlimmeren akuten Ernährungsunsicherheit (IPC‑Phase 3 oder höher). Das ist ein Rückgang gegenüber 1,6 Millionen Menschen (77 %) Ende 2025, jedoch bleiben 212 000 Personen in Notlagen (IPC‑Phase 4).
Verbesserungen durch humanitäre Hilfe
Die Fortschritte resultieren aus einer erheblichen Ausweitung der humanitären Operationen seit dem Waffenstillstand im Oktober 2025 zwischen Israel und Hamas. Im Mai 2026 erreichten Lebensmittelpakete rund 1,5 Millionen Menschen, multipurpose‑Geldhilfe erreichte etwa 700 000 Personen und Ernährungsunterstützung deckte 60 % der Kinder unter fünf Jahren ab. Im Vergleich dazu wurden im September 2025 nur etwa 500 000 Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt und die Ernährung von Kindern unter fünf lag bei weniger als einem Prozent.
Anhaltende Engpässe und Zugangsbeschränkungen
Trotz verbesserter Zugänge bleiben die Lebensmittelrationen in Menge, Qualität und Vielfalt unzureichend. Der einzige offene Grenzübergang Kerem Shalom/Abu Salem im Süden begrenzt den Warenfluss, sodass die meisten Menschen weiterhin stark von Hilfsgütern abhängig sind.
Malnutrition und zukünftiger Bedarf
Die Agenturen prognostizieren für das kommende Jahr, dass 74 000 Kinder eine Behandlung wegen akuter Unterernährung benötigen werden, während rund 25 000 schwangere und stillende Frauen Ernährungshilfe benötigen. In den Gouvernements Nord‑Gaza, Gaza, Deir Al‑Balah und Khan Younis wird ein „Alert“-Niveau der Unterernährung (IPC‑Phase 2) erwartet. UNICEF‑Exekutivdirektorin Catherine Russell betont, dass trotz des Rückgangs bei akuter Unterernährung viele Kinder weiterhin hungern und langfristige Schäden erleiden könnten.
Lokale Lebensmittelproduktion
Frühe Anzeichen deuten darauf hin, dass die lokale Lebensmittelproduktion wieder aufgenommen werden kann, wenn Landwirte und Viehzüchter Zugang zu Ackerland, Saatgut, Werkzeugen, Viehzuchtbedarf und technischer Unterstützung erhalten. Die Schafbestände stiegen in unterstützten Gebieten um 33 %. Dennoch sind über 70 % der Ackerflächen nicht zugänglich und nur drei Prozent derzeit nutzbar.
Ausblick und Handlungsbedarf
WFP‑Handlungsdirektor Carl Skau warnt, dass die humanitäre Gesamtsituation weiterhin brutal sei: Familien mangeln Wasser, sanitäre Einrichtungen und Medikamente. Er fordert anhaltenden Zugang, gesicherte Finanzierung und Stabilität, damit die Menschen in Gaza mit dem Wiederaufbau beginnen können.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
Ende der Uebertragung