UN: UN warnt vor Ausbreitung von Cholera und Masern im Zuge der Eskalation im JemenDie Vereinten Nationen haben am 29. September 2026 erklärt, dass die jüngste Eskalation der Kämpfe im Jemen das Risiko für Cholera, Masern, Dengue und weitere vermeidbare Krankheiten stark erhöht. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden bislang 7.800 mutmaßliche Cholera‑Fälle und 22 Todesfälle gemeldet, über 22.000 Masern‑Fälle registriert und 37 Dengue‑Todesfälle bestätigt. Die Überfüllung von Lagerplätzen für Vertriebene überfordert die noch funktionierenden Gesundheitseinrichtungen.
Eingeschränkte medizinische Versorgung
Dr. Annette Heinzelmann, WHO‑Regionaldirektorin für den Nahen Osten, berichtete, dass die umfassende Notfall‑Geburts- und Neugeborenenversorgung in den Krankenhäusern von Marib und Ras Al‑Arah ausgesetzt wurde, weil Personal und Kapazitäten auf die Versorgung von Verwundeten umgestellt wurden. Mehr als 20 mobile Medizinteams wurden in prioritäre Gouvernements entsandt, um die Versorgung von besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen sicherzustellen.
Versorgungsengpässe und Lieferungen
Die WHO hat fast 60 Tonnen medizinischer Hilfsgüter im Wert von rund 656.000 US‑Dollar an 40 Einrichtungen in zehn Gouvernements geliefert. Dennoch seien mehrere lebensrettende Versorgungslinien im Lager von Aden bereits erschöpft, darunter Traumakits und essentielle Arzneimittel.
Beschädigte Gesundheitseinrichtungen
Neun Gesundheitseinrichtungen, vorwiegend in der Nähe von Taiz, Lahj und Hudaydah, seien beschädigt oder direkt angegriffen worden. Vor der Eskalation funktionierten nur etwa 60 % der Einrichtungen vollständig, wobei die Kapazitäten für Traumachirurgie, Bluttransfusionen und Intensivpflege stark eingeschränkt seien.
Epidemiologische Lage
Cholera sei bereits im Land präsent, und die unsichere Wasserversorgung sowie mangelhafte sanitäre Bedingungen in den Notunterkünften verschärfen das Risiko einer größeren Epidemie. Zusätzlich wurden 37 Dengue‑Todesfälle gemeldet, während die Zahl der Masern‑Fälle über 22.000 liegt.
Humanitäre Situation und Unterernährung
Das UN‑Hilfskoordinationsbüro (OCHA) warnt vor kritischen Hunger‑Niveaus bei Kindern. Von fast 2.900 gescreenten Kindern zeige mehr als ein Viertel akute Unterernährung, rund 200 litten an schwerer akuter Unterernährung. Insgesamt seien über 180.000 Menschen durch die Kämpfe vertrieben worden.
Flüchtlingsströme nach Dschibuti
Seit dem 10. September haben mehr als 3.600 Jemeniten, die über das Meer nach Dschibuti geflohen sind, das Land erreicht; fast die Hälfte sei Kinder. WHO‑Partner bereiten sich auf mögliche Ankünfte von 5.000 bis 10.000 weiteren Personen in den kommenden Wochen vor.
Ausblick und Appell
Dr. Heinzelmann betonte, dass die anhaltende Fluchtbewegung zusätzlichen Druck auf ein bereits stark belastetes Gesundheitssystem ausübe und rief zu verstärkter internationaler Unterstützung auf, um die wachsende Gefahr von Cholera, Masern und Malaria zu eindämmen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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