UN warnt vor beispielloser Kinderhungersnot in Norddarfur
Die humanitäre Lage im Norddarfur von Sudan hat sich laut einem aktuellen UNICEF‑Bericht dramatisch verschärft: In der Gemeinde Um Baru sind 53 % der unter fünf Jahren alten Kinder akut unterernährt, davon 18 % mit schwerer akuter Unterernährung, was das dreifache des WHO‑Notfallschwellenwerts bedeutet.
Ergebnisse der Ernährungsstudie
Die Untersuchung, die im Dezember 2025 durchgeführt wurde, umfasste fast 500 Kinder. Die gemessenen Werte stellen laut UNICEF einige der höchsten jemals in einer standardisierten Notfallbewertung festgestellten Raten dar. UNICEF‑Exekutivdirektor Catherine Russell betonte, dass bei solch hohen Werten die Zeit der entscheidende Faktor sei.
Flucht und Grenzbewegungen
Die anhaltenden Kämpfe um die Stadt El Fasher haben seit Oktober zu einer massiven Flucht geführt. Laut UN‑Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) haben bis zum Jahresende rund 19 400 Sudanese das Land nach Osten nach Tschad überquert, wobei Frauen und Kinder 87 % der Neuankömmlinge ausmachen.
Einschränkungen beim humanitären Zugang
Humanitäre Konvois wurden seit Monaten daran gehindert, El Fasher zu erreichen. Am 26. Dezember gelang einem UN‑Team nach langen Verhandlungen erstmals ein Sicherheits‑Assessment vor Ort, bei dem gravierende Engpässe bei Grundversorgung und medizinischer Ausrüstung festgestellt wurden.
Gesundheitliche Risiken
Durch die Unterbrechung von Routine‑Impfungen, insbesondere gegen Masern, sind viele Kinder besonders anfällig für Krankheiten. Zusätzlich wurden in der Studie Notfall‑Sterblichkeitsraten erfasst, die das tödliche Zusammentreffen von Hunger, Krankheit und fehlender Grundversorgung verdeutlichen.
Antwort der internationalen Gemeinschaft
UNICEF hat bereits therapeutische Nahrungsmittel in ausreichender Menge vor Ort gelagert, weist jedoch darauf hin, dass allein die Nahrungsversorgung nicht ausreicht. Es werden umfassende Gesundheits‑ und Ernährungsdienste gefordert, um das Ausmaß der Krise zu bewältigen.
Sicherheitslage an der Grenze
Ein jüngster Vorfall am Grenzübergang Tiné, bei dem ein Drohnenangriff der sudanesischen Armee eine Position der tschetschenischen Truppen traf, führte kurzfristig zur Aussetzung humanitärer Aktivitäten und verdeutlicht die volatile Situation für Hilfsorganisationen.
Ausblick
UN‑Vertreter betonen, dass ein ungehinderter, sicherer Zugang zu den betroffenen Gebieten unverzichtbar ist, um das Risiko von Todesfällen durch vermeidbare Ursachen zu senken und die humanitäre Notlage zu lindern.
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