UN: UN warnt vor einer der größten Vertreibungskrisen weltweit in Afghanistan
Humanitäre Lage
Die Vereinten Nationen haben am 6. Juli 2026 erklärt, dass Afghanistan zu den größten Vertreibungskrisen der Welt gehört. Laut UNDP können 74 % der Bevölkerung, das sind rund 29 Millionen Menschen, ihre Grundbedürfnisse nicht decken. Für das Jahr 2026 werden über 570 000 Afghane einen Resettlement‑Bedarf haben.
Wirtschaftliche und klimatische Belastungen
Ein fragiles Wirtschaftssystem, vier Jahrzehnte Krieg, 2,7 Millionen Rückkehrer sowie zunehmende Klima‑Schocks belasten die Lebensgrundlagen. Der Rückgang der Teilnahme von Frauen am Arbeitsmarkt verstärkt den Druck auf die öffentlichen Dienste.
Erdbebenschäden und Wiederaufbau
Ein starkes Erdbeben im vergangenen Jahr zerstörte zahlreiche Häuser und Einkommensquellen. In Jalalabad besichtigten UN‑Vertreter die Wiederaufbaumaßnahmen vor Ort. Im Sutan‑Tal wurden Schutzwälle aus Drahtgeflecht von Frauen und Ziegel von Männern errichtet, um das Risiko zukünftiger Katastrophen zu mindern.
ProjektmaĂźnahmen
Ein UN‑Sondertreuhandfonds für Afghanistan unterstützt seit dem Vorjahr die nachhaltige Wiederherstellung in Nordost‑Afghanistan. Das Projekt „Participatory Action for Integrated Developmental Assistance“ hat bislang 6 478 m² minenverseuchtes Land in 11 Gemeinden geräumt, 28 Kleininfrastruktur‑Projekte priorisiert und 425 Haushalte für dauerhaften Wohnraum identifiziert.
Flüchtlings‑ und Rückkehrstrategien
Das UN‑Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz entlang der Migrationsrouten und stärkt Asylsysteme. Ziel ist es, Bildungs‑, Arbeits‑ und Familienzusammenführungs‑Optionen auszubauen, um die Resettlement‑Bedürfnisse zu decken.
Ausblick
UNDP‑Chef Alexander De Croo betonte, dass Not‑ und EntwicklungsÂhilfe Hand in Hand gehen, um den Menschen ihr Leben zurĂĽckzugeben. Die Zusammenarbeit mehrerer UN‑Agenturen soll die Resilienz der betroffenen Gemeinschaften weiter stärken.
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