UN warnt vor Eskalation des Sudan-Konflikts in Kordofan
International: UN warnt vor Eskalation des Sudan-Konflikts in Kordofan
Ausweitung des Konflikts
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wurde am Montag von hochrangigen politischen und humanitären Beamten über eine stark verschlechterte Sicherheits- und Lage in Sudan informiert. Sie berichteten von ungezielten Angriffen, territorialen Fortschritten der Rapid Support Forces (RSF) und steigenden Gefahren für Zivilbevölkerung, humanitäre Helfer und Friedenstruppen.
Kordofan wird zum Brennpunkt
In den vergangenen Wochen konzentrierte sich die Kampfhandlung auf die Region Kordofan. Die RSF eroberten Babanusa in West‑Kordofan am 1. Dezember und nahmen eine Woche später das Ölfeld Heglig in Süd‑Kordofan ein. Die Städte Kadugli und Dilling stehen unter zunehmender Belagerung, während Luftangriffe und Drohnenbeschuss anhalten.
Drohnenangriffe
Ein besonders besorgniserregender Trend ist der verstärkte Einsatz von Drohnen durch beide Konfliktparteien. Am 4. Dezember wurde ein Kindergarten in Kalogi, Süd‑Kordofan, getroffen, wobei über 100 Menschen starben, darunter 63 Kinder. Am 13. Dezember traf ein Drohnenangriff ein UN‑Logistiklager in Kadugli und tötete sechs bangladeschische Friedenstruppen, neun weitere wurden verletzt.
Humanitäre Lage
Die humanitäre Situation verschärft sich weiter: Mehr als 15 000 Menschen flüchteten seit Ende Oktober in den Bundesstaat Weißer Nil, über 107 000 Personen wurden zwischen Ende Oktober und Anfang Dezember aus El Fasher und Umgebung vertrieben, und mindestens 2 500 Vertriebene erreichten die Ortschaft Sheria in Süddarfur. In diesem Jahr wurden 65 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen registriert, bei denen über 1 600 Menschen starben.
UN‑Maßnahmen
Die UN hat die Untersuchung der Vorfälle eingeleitet und alle Mitarbeitenden aus Kadugli evakuiert. Assistant Secretary‑General für Politische Angelegenheiten Khaled Khiari betonte, dass Angriffe auf Friedenstruppen „Kriegsmaterialien im Sinne des humanitären Rechts“ darstellen könnten und forderte Verantwortliche zur Rechenschaft. Edem Wosornu, Direktor für Krisenreaktion bei OCHA, wies darauf hin, dass die Angriffe auf Zivilisten und humanitäre Helfer die Lebensrettungsprogramme erheblich beeinträchtigen.
Regionale Dimensionen und Aufruf zum Handeln
Khiari warnte, dass die Nachbarstaaten in einen weiterreichenden Konflikt hineingezogen werden könnten, falls die Lage nicht entschärft wird. Beide Sprecher forderten den Sicherheitsrat auf, eine klare Botschaft zu senden, dass Angriffe auf Zivilisten und Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht nicht toleriert werden. Die Vereinten Nationen betonten ihr Engagement, mit allen internationalen Akteuren zusammenzuarbeiten, um die Gewalt zu beenden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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