UN: UN warnt vor Finanzierung des Sudan-Konflikts durch Gold und Gummi arabicum
Finanzierung des Konflikts
Die Vereinten Nationen haben in einer Mitteilung vom 15. Juli 2026 erklärt, dass sowohl Gold als auch das kaum bekannte Exportgut Gummi arabicum die anhaltenden Kämpfe im Sudan finanzieren. Laut dem Büro für Menschenrechte (OHCHR) nutzen alle Konfliktparteien die Erlöse aus diesen Rohstoffen, um ihre militärischen Operationen aufrechtzuerhalten.
Bedeutung von Gummi arabicum
Gummi arabicum, ein wasserlöslicher Gummi aus Akazien, wird weltweit in Erfrischungsgetränken, Lebensmitteln, Kosmetika und Pharmazeutika verwendet. Vor Ausbruch des Krieges im April 2023 machte Sudan etwa 70 % bis 80 % der globalen Rohstoffexporte aus und erzielte jährlich bis zu 183 Millionen US‑Dollar. Trotz der Konfliktsituation bleibt das Land ein bedeutender Lieferant für rund fünf Millionen Menschen, die vom Anbau abhängig sind.
Routen und Beschlagnahmungen
Die OHCHR berichtete, dass die paramilitärische Schnellstützungstruppe (RSF) im Mai 2025 große Bestände von Gummi arabicum in El‑Nuhud, West‑Kordofan, erbeutete und über Umleitungen nach Darfur, Tschad und weiter nach Kenia transportierte. Händler, die entlang dieser Routen operieren, sehen sich wiederholten Beschlagnahmungen, informellen Steuern und Erpressungen ausgesetzt.
Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung
Menschen, die im Gummi‑Arabicum‑Handel tätig sind oder davon abhängig sind, berichten von Drohungen, willkürlicher Inhaftierung, Plünderungen und Erpressungen durch die bewaffneten Gruppen und deren Verbündete. Die Handelswege, die über die von der RSF kontrollierten Gebiete von Darfur und Kordofan führen, sind besonders unsicher.
Goldproduktion und Schmuggel
Im Jahr 2024 lag die offiziell gemeldete Goldproduktion in von der sudanesischen Armee (SAF) kontrollierten Gebieten bei etwa 65 Tonnen, wovon rund 28 Tonnen über den Hafen von Port Sudan exportiert wurden – ein Wert von etwa 1,6 Milliarden US‑Dollar, was 48,5 % der gesamten sudanesischen Exporte entspricht. Laut OHCHR wurden jedoch fast 48 % der gesamten Goldproduktion des Jahres 2024 illegal geschmuggelt, wobei für die von der RSF kontrollierten Gebiete keine offiziellen Zahlen vorliegen.
Stellungnahme des OHCHR
Ravina Shamdasani, Sprecher des OHCHR, betonte: „Der Reichtum Sudans sollte den Menschen zugutekommen. Stattdessen dient er der Untergrabung von Menschenrechten und befeuert den Konflikt, was zu enormem Leid führt.“ Sie forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Handelsströme genauer zu beobachten und Maßnahmen zu ergreifen, um die Kriegswirtschaft zu unterbinden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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