International: UN-Bericht zu Bildung, Gesundheitstechnologie und indigenen Rechten
Die Vereinten Nationen haben am Mittwoch drei dringende Themen in den Fokus gerĂĽckt: Die anhaltende SchlieĂźung von Schulen im Westjordanland, die Notwendigkeit einer spezifischen Regulierung von KĂĽnstlicher Intelligenz im Gesundheitssektor und die wachsende Gefahr fĂĽr indigene Rechte weltweit.
Einschränkungen im Bildungssektor Westjordanland
Nach Angaben des UN‑Sprecherstabs sind seit über einem Jahr sechs von der UN‑Hilfsorganisation UNRWA betriebene Schulen im Westjordanland nicht erreichbar und weitere sechs Schulen dauerhaft geschlossen. Zusätzlich wurden zehn Schulen im sogenannten Area C wegen Angriffe von Siedlern und Zugangsbeschränkungen aufgegeben. Der UN‑Koordinator für humanitäre Hilfe, Suzanna Tkalec, leitete am Mittwoch eine gemeinsame Mission zu einer ehemaligen UN‑Schule im Gazastreifen, in der derzeit 18 vertriebene Familien untergebracht sind.
Der Sprecher Stéphane Dujarric verwies darauf, dass das UN‑Koordinationsbüro OCHA die Lebensbedingungen der betroffenen Familien als stark beeinträchtigt durch fehlenden Zugang zu humanitärer Hilfe einstuft. In Gaza wurden im vergangenen Monat über 378.000 Hilfsgüter, darunter Planen, Reinigungskits und Wasserbehälter, verteilt. Im Westjordanland stellte das Welternährungsprogramm (WFP) im Juni Lebensmittelgutscheine und Bargeldhilfen für rund 286.000 Menschen bereit. Dujarric warnte, dass ohne zusätzliche Finanzierung die Vorräte bis zur Wintersaison erschöpft sein könnten.
KI in der Gesundheitsversorgung: WHO fordert regulatorische MaĂźnahmen
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat gemeinsam mit der portugiesischen Regierung in Lissabon eine hochrangige Konferenz gestartet, um Strategien für den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen zu entwickeln. In einem April‑Bericht stellte die WHO fest, dass 74 % der EU‑Mitgliedstaaten bereits KI zur Diagnostik einsetzen, jedoch nur 11 % über eine gesundheitsbezogene KI‑Strategie verfügen und lediglich acht Prozent Haftungsstandards für KI‑Anwendungen besitzen.
WHO‑Regionaldirektor für Europa, Dr. Hans Kluge, betonte, dass die Regulierung von KI im Gesundheitsbereich notwendig sei, um Patienten vor Schaden zu schützen und das Vertrauen in digitale Gesundheitslösungen zu erhalten. Er verwies darauf, dass Patienten bereits Chatbots zur Symptomerfassung nutzen und dass ein Fehlen klarer Regeln zu größerer Ungleichheit führen könne. Die WHO hat 2021 Leitlinien zur ethischen Nutzung von KI veröffentlicht und fordert, dass alle Länder gemeinsam an Lösungen arbeiten.
Rechte indigener Völker: UN‑Experte warnt vor Gefährdungen
UN‑Menschenrechtschef Volker Türk hob am Mittwoch während der 19. Sitzung des UN‑Expertengremiums für die Rechte indigener Völker die Gefahr hervor, dass indigene Rechte bei der globalen Energiewende vernachlässigt werden. Er berichtete, dass zwischen 2023 und 2025 mindestens 15 % der weltweit getöteten oder verschwundenen Menschenrechtsverteidiger indigener Herkunft waren.
Türk nannte das Beispiel des nicaraguanischen Anführers Brooklyn Rivera, der im Mai im Gewahrsam des Staates starb, und verwies auf einen erfolgreichen Rechtsstreit einer indigenen Gruppe in Australien, die im Mai eine Rekordentschädigung für nicht genehmigten Bergbau erhielt. Er forderte die Mitgliedstaaten auf, den UN‑Freiwilligenfonds für indigene Völker und die Globale Allianz für Menschenrechte zu unterstützen, um die Teilhabe indigener Gemeinschaften an internationalen Entscheidungsprozessen zu stärken.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von United Nations, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
Ende der Uebertragung