Sonstige: UN warnt vor sinkenden Hilfslieferungen und kindlichen Todesfällen im besetzten palästinensischen Gebiet
Eingeschränkte Grenzöffnungen
Die Vereinten Nationen haben am Montag bestätigt, dass die Grenzübergänge nach Gaza weiterhin größtenteils geschlossen bleiben. Nur der Kerem‑Shalom‑Kreuzungsweg konnte am Wochenende für die Einfuhr von Lebensmitteln und Treibstoff genutzt werden, während alle anderen Übergänge für den Güterverkehr gesperrt sind.
RĂĽckgang der Hilfslieferungen
Nach Angaben des UN‑Spokespersons Stéphane Dujarric ist das Gesamtvolumen der im letzten Monat eingetroffenen Hilfsgüter auf weniger als 42 000 Paletten gesunken, verglichen mit rund 46 600 Paletten im Mai. Der Rückgang resultiere aus den anhaltenden Beschränkungen für bestimmte Warengruppen und aus der begrenzten Kapazität der offenen Übergänge.
Kinder in der humanitären Krise
Die UN‑Kinderrechtsagentur UNICEF hat betont, dass über 60 000 Kinder im besetzten palästinensischen Gebiet seit Beginn des Konflikts getötet oder verletzt wurden. Laut Sprecherin Louise Wateridge sterbe durchschnittlich ein Kind pro Tag, seit dem Waffenstillstand im Oktober, weil die Versorgung mit Nahrung, Wasser und medizinischer Grundversorgung unzureichend sei.
Tod eines Jugendlichen im Westjordanland
Das UN‑Hilfskoordinationsbüro OCHA berichtete, dass israelische Streitkräfte am Sonntag einen 16‑jährigen Jungen im Lager Qalandiya nahe Jerusalem erschossen haben. Zwei weitere Kinder wurden an den Beinen verletzt. OCHA forderte den Schutz der Zivilbevölkerung und die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen.
Verlust eines Säuglings
Das UN‑Menschenrechtsbüro OHCHR meldete den Tod eines vier Monate alten Jungen in der Region Ramallah. Der Säugling starb, weil israelische Truppen ein Tor blockierten, das den Zugang zu seinem Dorf verhinderte, während ein Rettungswagen bereits bereitstand. OHCHR erinnerte daran, dass im vergangenen Monat ein sieben Monate alter Junge an einer Kontrollstelle erschossen wurde.
Reaktionen der UN‑Vertreter
Ajith Sunghay, Leiter des UN‑Menschenrechtsbüros für das besetzte Gebiet, bezeichnete beide Vorfälle als „sinnlos“ und als Ausdruck einer Besatzungsmacht, die die Menschenrechte der palästinensischen Bevölkerung missachtet. Die UN‑Vertreter betonten, dass die anhaltenden Beschränkungen die humanitäre Lage weiter verschärfen und dringende Maßnahmen erforderlich seien.
Ausblick
Die Vereinten Nationen planen, die bestehenden Mechanismen zur Beschleunigung von Hilfslieferungen, darunter die UN‑2720‑Initiative, weiter zu stärken. Gleichzeitig fordern sie die internationale Gemeinschaft auf, den Druck auf die Konfliktparteien zu erhöhen, um den freien Zugang zu lebenswichtiger Hilfe zu gewährleisten.Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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