UN warnt vor wachsender ISIL-Bedrohung in Afrika und Nahost
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat am 4. Februar 2026 die zunehmende Gefahr durch die Terrorgruppe ISIL bestätigt. In einer Rede des amtierenden Untergeneralsekretärs Alexandre Zouev, Leiter des UN Office of Counter‑Terrorism (UNOCT), wurde ein neuer Bericht vorgestellt, der die Ausweitung der Gruppe in Afrika, dem Nahen Osten und darüber hinaus dokumentiert.
Ausweitung der Bedrohung
Zouev erklärte, dass die Bedrohung durch ISIL seit dem letzten Bericht im August kontinuierlich gestiegen sei und nun multipolar sowie zunehmend komplex wirke. Besonders die Präsenz in Westafrika, der Sahel‑Region, dem Lake‑Chad‑Becken sowie in Irak und Syrien werde weiter ausgebaut. In Afghanistan wirke die ISIL‑Khorasan‑Filiale weiterhin als einer der gravierendsten Risikofaktoren für die Region.
Technologische Entwicklungen
Der Bericht hob hervor, dass die Gruppe vermehrt neue Technologien einsetze, darunter Kryptowährungen, Drohnen und Künstliche Intelligenz, um Rekrutierung und Radikalisierung zu betreiben. Laut Zouev werden dabei gezielt junge Menschen angesprochen, wobei digitale Plattformen und Online‑Spiele als Rekrutierungsinstrumente dienen.
Humanitäre Lage in Syrien
Im Nordosten Syriens verbleiben nach Angaben des UNO‑Vertreters Zehntausende von Personen in Lagern, die unter prekären Bedingungen leben. Der Rückzug der kurdischen Streitkräfte aus dem Al‑Hol‑Lager habe zusätzliche operative und humanitäre Herausforderungen geschaffen.
Regionale Schwerpunkte
In Westafrika und dem Sahel verzeichnete ISIL eine verstärkte Rekrutierung ausländischer Kämpfer und finanzielle Aktivitäten wie illegale Besteuerung und Erpressung. Die Gruppe nutze diese Mittel, um ihre Kontrolle über Territorien zu festigen und die Stabilität lokaler Staaten zu untergraben.
Aufrufe zu Maßnahmen
Zouev forderte die Mitgliedsstaaten auf, verstärkt Personen aus den Lagern in Syrien zurückzuholen, politische Verantwortung zu übernehmen und koordinierte, rechtsstaatliche Präventionsstrategien zu entwickeln. Er betonte, dass internationale Zusammenarbeit unabdingbar sei, um die Bedrohung nachhaltig zu verringern.
Technische Unterstützung und internationale Zusammenarbeit
Nathalia Gherman, Direktor des Counter‑Terrorism Committee Executive Directorate (CTED), berichtete über technische Hilfen für Länder wie Österreich, Kamerun, Tschad, Ungarn, Malta, Norwegen und Somalia. Ein Projekt, das den Einsatz von Internet, sozialen Medien und Videospielen durch ISIL und Al‑Shabaab in Somalia adressiert, habe bereits 70 Vertreter aus Regierungsbehörden, Zivilgesellschaft und Privatsektor zusammengebracht.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von den Vereinten Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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