International: UN warnt vor wachsender Terrorismus‑ und Drogenaktivität in Westafrika und Sahel
Die Sicherheitslage in Westafrika und im Sahel verschärft sich weiter, wie der Leiter des UN‑Büros für Westafrika und den Sahel, Leonardo Santos Simão, vor dem Sicherheitsrat am 14. Juli 2026 betonte. Er wies darauf hin, dass terroristische Gruppen nicht mehr nur einzelne Anschläge verüben, sondern Gebiete verwalten, Handelsrouten kontrollieren und moderne Technologien einsetzen.
Neue Taktiken der Terrorgruppen
Drohnentechnologie, fortschrittliche Kommunikationsmittel und Kryptowährungen gehören inzwischen zum Arsenal der Gruppen, deren Angriffe über Ländergrenzen hinweg koordiniert werden. Die Bedrohung sei besonders im zentralen Sahel, im Norden Nigerias und nun auch in den Küstenstaaten des Golfs von Guinea akut.
Ausweitung der Angriffe
In Mali führte ein Zusammenschluss von JNIM und der Azawad Liberation Front am 25. April koordinierte Angriffe in Bamako, Kati, Gao, Kidal und Mopti durch, bei denen unter anderem der malische Verteidigungsminister getötet wurde. In Niger richteten Angreifer ihr Feuer auf den Flughafen von Niamey, während in Burkina Faso Drohnenangriffe im Norden verzeichnet wurden. Nigeria bleibt von Entführungen, wiederholten Anschlägen und hohen zivilen Opferzahlen im Norden und im zentralen „Middle Belt“ betroffen.
Humanitäre Lage
Ende Februar waren in Westafrika und dem Sahel fast 6,8 Millionen Binnenvertriebene sowie 1,3 Millionen Flüchtlinge und Asylsuchende registriert. Die Golf‑von‑Guinea‑Staaten nahmen rund 220 000 Flüchtlinge auf. In Liberia hat die Zahl der burkinischen Staatsangehörigen von 40 000 im Jahr 2025 auf 140 000 im Jahr 2026 fast verdreifacht, was die lokalen Ressourcen stark beansprucht.
Drogenhandel und Kriminalität
Gleichzeitig nehme der Drogenhandel stark zu, insbesondere in den Küstenstaaten, wo Behörden vermehrt Beschlagnahmungen melden. Junge Menschen seien die Hauptopfer, doch auch bewaffnete Gruppen nutzen die Substanzen für ihre Kämpfer. Laut Simão üben die Kartelle wachsenden Einfluss auf öffentliche Institutionen aus, was deren Funktionsfähigkeit schwächt.
Die Vereinten Nationen betonen, dass die Verknüpfung von Terrorismus, organisierter Kriminalität und parallelen Wirtschaftssystemen die Stabilität der Region weiter untergräbt und fordern verstärkte internationale Unterstützung, um die Sicherheitslage zu stabilisieren und humanitäre Hilfe zu sichern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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