Starke Reduktion des Schiffsverkehrs
Der Direktor der Ernährungs‑ und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), Qu Dongyu, teilte dem Gremium in Rom mit, dass der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus seit Ende Februar um fast 95 % zurückgegangen sei. Die Straße, die etwa ein Viertel des weltweiten Seeöls sowie große Mengen Erdgas und Düngemittel transportiert, sei derzeit stark eingeschränkt.
Folgen für Düngemittel und Agrarproduktion
Durch die Verzögerungen bei den Lieferungen dürften Millionen Tonnen Düngemittel nicht rechtzeitig ankommen, was laut FAO‑Chef zu einem Anstieg der Düngemittelpreise und zu dauerhaften Ertragsverlusten führen könne. Besonders Länder, die stark auf Importe angewiesen sind, sehen sich einem wachsenden Risiko von Nahrungsmittelknappheit gegenüber.
Humanitäre Lage in der Region
Die FAO weist darauf hin, dass die humanitäre Situation in Ländern wie Libanon und Jemen bereits akut sei, während die Vereinten Nationen in Gaza und dem Westjordanland von einer Verschärfung der Lage berichten. Laut UN‑Hilfskoordinator Khaled Khiari verschärfen anhaltende Kämpfe die Bedingungen für die Zivilbevölkerung, und in Gaza funktionieren nur 296 von 683 Gesundheitseinrichtungen vollständig.
Diplomatische Bemühungen zur Konfliktlösung
Der Sondergesandte des Generalsekretärs, Jean Arnault, führe Gespräche mit Regierungen im Iran, Saudi‑Arabien, Oman und Ägypten und nehme am Antalya‑Diplomatie‑Forum in der Türkei teil. Er stehe bereit, sämtliche Initiativen zu unterstützen, die von Pakistan in Zusammenarbeit mit Ägypten, Saudi‑Arabien und der Türkei vorangetrieben werden, um eine umfassende Einigung zu erreichen.
Umleitung des Warenverkehrs auf Landwege
Ein neues Dashboard der UN‑Handels- und Entwicklungsorganisation (UNCTAD) zeige, dass Länder vermehrt auf Landkorridore ausweichen, um den Warenfluss aufrechtzuerhalten. Die Wirtschaftskommission für Europa (ECE) habe eine Online‑Beobachtungsplattform eingerichtet, die Echtzeit‑Informationen zu Grenzübergängen und Zollverfahren bereitstelle. Der Transport zwischen der Türkei und den Golfstaaten benötige etwa vier Tage, deutlich weniger als per Seeweg, berichtete Jean Rodriguez von der ECE.
Ausblick und Appell
Qu Dongyu betonte, dass Frieden und Stabilität Grundvoraussetzungen für Ernährungssicherheit seien und das Recht auf Nahrung ein grundlegendes Menschenrecht darstelle. Er rief die internationalen Akteure dazu auf, die diplomatischen Bemühungen zu intensivieren, um die Handelswege schnellstmöglich wieder zu öffnen.
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