UN: UN warnt vor zunehmender Gefahr für Zivilbevölkerung in Gaza und Westjordanland, bestätigt Anklage gegen Duterte und fordert Freilassung von UN-Personal im Jemen
Zivile Sicherheit in Gaza und Westjordanland
Die Vereinten Nationen haben am 23. April 2026 erneut auf die akute Gefahr für die Zivilbevölkerung in den besetzten palästinensischen Gebieten hingewiesen. Laut dem UN-Hilfskoordinationsbüro OCHA haben anhaltende Angriffe, Beschuss und Schusswechsel in Wohngebieten von Gaza zu zivilen Opfern geführt, darunter Kinder, die bei einem Treffer auf ein Zelt mit Zivilisten ums Leben kamen. OCHA betonte, dass nach dem humanitären Völkerrecht Zivilisten und zivile Infrastruktur jederzeit zu schützen seien.
Ungeachtet der Unsicherheit lieferten humanitäre Partner weiterhin Nahrungsmittel, etwa 230 metrische Tonnen Brot pro Tag über ein Netzwerk von mehr als 120 Küchen, Bäckereien und Gemeindefeuern. Der UN‑Sprecher Stéphane Dujarric berichtete, dass die Hilfe auch in schwer zugängliche Gebiete gelangt. Parallel dazu nahm die Gewalt durch israelische Siedler im Westjordanland zu. Die UN erhielt Meldungen über Angriffe auf Schulen, bei denen ein Kind in der Nähe von Ramallah getötet wurde und eine Schule im Jordantal sowie im Hebron-Gebiet zerstört wurde. Am 21. April wurden ein 14‑jähriger Junge, Aws Hamdi Naasan, und ein 35‑jähriger Mann, Jihad Abu Naiem, bei einem Angriff israelischer Siedler in Al‑Mughayyir getötet. In Deir Dibwan wurde ein 25‑jähriger Mann, Odeh Awawdeh, erschossen. Die UN‑Menschenrechtsorganisation OHCHR bezeichnete diese Vorfälle als Teil eines wachsenden Musters unkontrollierter Gewalt durch eine militarisierte Siedlerbewegung, die von staatlichen Strukturen geschützt werde.
Internationale Strafgerichtshof bestätigt Anklage gegen Rodrigo Duterte
Der Internationale Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag hat am 23. April 2026 alle Anklagepunkte gegen den ehemaligen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte bestätigt und das Verfahren eingeleitet. Das Pre‑Trial‑Panel begründete seine Entscheidung mit „substanziellen Anhaltspunkten“, die Duterte für Mord und versuchten Mord nach Artikel 7 des Römischen Statuts verantwortlich machen. Die Vorwürfe beziehen sich auf Handlungen zwischen November 2011 und März 2019 im Rahmen der landesweiten Anti‑Drogen‑Kampagne, die als „weite und systematische Angriffe gegen die Zivilbevölkerung“ eingestuft wurden.
Im Verfahren dürfen 539 Opfer ihre Aussagen einbringen, wobei jeweils rechtliche Vertreter ihre Interessen vertreten. Das Verfahren wird nun an die Trial‑Chamber übergeben, die die weiteren Verfahrensschritte und den Zeitplan festlegt. Der ICC betont, dass der Angeklagte bis zu einer Verurteilung als unschuldig zu gelten habe und ein faires, öffentliches Verfahren erhalten werde.
UN fordert Freilassung von 73 festgehaltenen Mitarbeitern im Jemen
Die Vereinten Nationen setzen sich weiterhin für die Freilassung von 73 UN‑Mitarbeitern ein, die von den de facto‑Herrschern der Houthi‑Bewegung im Jemen festgehalten werden. Der UN‑Sprecher Stéphane Dujarric erklärte, dass einige der Festgehaltenen bereits seit mehreren Jahren inhaftiert seien. Der leitende UN‑Beauftragte für willkürliche Inhaftierungen, Muin Shreim, führte Gespräche in Muscat mit Vertretern der Houthi‑Führung sowie mit omanischen Behörden und Botschaftern der ständigen Mitglieder des UN‑Sicherheitsrates.
Nach einem Besuch in Saudi‑Arabien, bei dem Shreim mit hochrangigen saudischen Offiziellen, darunter Präsident Rashad Al‑Alimi vom Präsidentenrat, zusammentraf, wurde erneut die sofortige und bedingungslose Freilassung aller festgehaltenen UN‑Mitarbeiter gefordert. Dujarric betonte, dass die Inhaftierung von UN‑Personal und von Mitarbeitern nicht‑staatlicher Organisationen die humanitäre Hilfe für Millionen Jemeniten beeinträchtige und fordere, dass solche Personen nicht mehr Ziel von Angriffen oder Festnahmen werden sollten.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
Ende der Uebertragung