Das Weltfoodprogramm der Vereinten Nationen hat am Mittwoch einen Finanzierungsbedarf von 293,6 Millionen US‑Dollar angekündigt, weil die wachsende Hungersituation die Eindämmung des Ebola‑Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo behindert, wobei bislang mehr als 3.200 Menschen infiziert wurden.
Ausbruch und aktuelle Zahlen
Der Ausbruch, der am 15. Mai im Osten des Landes gemeldet wurde, ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) der am schnellsten wachsende Ebola‑Fall seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Erkrankung wird durch das Bundibugyo‑Virus verursacht und weist eine Sterblichkeitsrate von rund 40 % auf.
Ernährungsunsicherheit in den betroffenen Gebieten
In den 48 betroffenen Gesundheitszonen, die sich über fünf Provinzen erstrecken, leiden 2,65 Millionen Menschen unter akuter Ernährungsunsicherheit, darunter 628 000 Menschen in Notlagen. Das Gebiet Ituri, das Epizentrum des Ausbruchs, zählt 1,9 Millionen Menschen, die von einer Krise der Nahrungsmittelversorgung betroffen sind.
WFP‑Maßnahmen
Carl Skau, amtierender Exekutivdirektor des World Food Programme, erklärte: „Nahrungsmittelhilfe ist eine vordere Front der Ebola‑Eindämmung.“ Seit Beginn des Ausbruchs hat das UN‑Humanitäre Luftfahrt‑Service (UNHAS) 495 Flüge durchgeführt, 3.395 humanitäre Helfer transportiert und 56 metrische Tonnen lebenswichtiger Güter in Frontlinienregionen geliefert. Das WFP hat über 160.000 warme Mahlzeiten an Patienten, Kontakte und Einsatzkräfte in 17 Behandlungs‑ und Isolationszentren verteilt und trockene Nahrungsmittelrationen an 23.000 Menschen, darunter 14.000 unter Quarantäne, ausgegeben. Zusätzlich wurden 36.000 Menschen in den betroffenen Zonen mit allgemeiner Nahrungsmittelhilfe erreicht.
Herausforderungen und Finanzbedarf
Der Hauptengpass liege in der Geschwindigkeit und den Ressourcen, erklärte das WFP, da jede Verzögerung dem Virus mehr Raum zum Ausbreiten gebe. Weitere Hürden seien Unsicherheit, eingeschränkter Zugang, Unruhen in den Gemeinden und begrenzte operative Kapazitäten in neu betroffenen Gebieten, die die Überwachung, den Transport von Hilfsgütern und die Skalierung der Reaktion erschweren.
Internationale Zusammenarbeit
Die Vereinten Nationen unterstützen die Behörden vor Ort durch die Koordination von WFP, WHO und UNICEF. Der UN‑Senior‑Ebola‑Koordinator Julien Harneis betonte, dass die Kombination aus Nahrungsmittelhilfe, logistischer Unterstützung und Gemeindeengagement entscheidend sei, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.
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