Der Entwicklungsbericht des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) weist darauf hin, dass die humanitäre und wirtschaftliche Lage in Afghanistan trotz eines leichten Wirtschaftswachstums weiter verschlechtert wird. Im Jahr 2025 lebten rund 28 Millionen Menschen in Armut, und fast drei von vier Personen konnten ihre Grundbedürfnisse nicht decken.
Wirtschaftswachstum und Pro‑Kopf‑Einkommen
Das reale Bruttoinlandsprodukt wuchs 2025 um 1,9 Prozent, nach 2,3 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Bevölkerungszahl um 6,5 Prozent, was zu einem geschätzten Rückgang des realen BIP pro Kopf von 2,1 Prozent führte.
Armut und RĂĽckkehrer
Die Rückkehr von 2,9 Millionen Afghanen im Jahr 2025 erhöhte die Zahl der Menschen in Not um 1,4 Millionen. In den Regionen mit den meisten Rückkehrern haben lediglich 3 Prozent der Bevölkerung eine formelle Anstellung, während 78 Prozent auf Gelegenheitsarbeit angewiesen sind.
Klimabedingte Engpässe
Dürrebedingungen betrafen 64 Prozent des Landes im Jahr 2025. Der Zugang zu sicherem Trinkwasser sank von 59 Prozent im Jahr 2024 auf 44 Prozent, was die Versorgungslage weiter verschärft.
Einschränkungen für Frauen
Seit 2021 sind fast 100 Dekrete in Kraft, die die Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt, an Bildung und an freier Mobilität stark einschränken, was die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes zusätzlich schwächt.
Handelsbilanz
Der Handelsdefizit wuchs 2025 auf ein Rekordniveau von 11,3 Milliarden US‑Dollar, etwa 60 Prozent des nominalen BIP, bedingt durch steigende Importe bei stagnierenden Exporten.
RĂĽckgang der internationalen Hilfe
Die internationale Unterstützung sank 2025 um 16,5 Prozent, obwohl der Hilfsbedarf weiter anstieg. Mehr als 440 Kliniken mussten wegen Finanzmangels schließen oder ihre Leistungen reduzieren, wodurch der Anteil der Menschen ohne Zugang zu Gesundheitsversorgung von 16 Prozent im Jahr 2024 auf 23 Prozent im Jahr 2025 anstieg.
„Die aktuelle Lage verdeutlicht ein Land unter wachsendem Druck“, erklärte Kanni Wignaraja, UNDP-Regionaldirektor für Asien und den Pazifik.
„Gemeinschaften benötigen mehr als kurzfristige Hilfe – sie brauchen Perspektiven für nachhaltige Entwicklung“, betonte Stephen Rodriques, UNDP-Resident Representative in Afghanistan.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von United Nations, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
Ende der Ăśbertragung