Die UNESCO hat am Sonntag im Rahmen einer Dringlichkeitssitzung des Welterbekomitees sechs Stätten in die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen, um sie vor den Folgen von bewaffneten Konflikten, Klimawandel und anderen Krisen zu schützen.
Notfallinschreibungen
Drei Stätten wurden im Notfallverfahren neu in die Welterbeliste aufgenommen und gleichzeitig in die Gefahrengattung überführt. Zum einen die Burganlage Mount Amel im Süden Libanons, bestehend aus fünf Festungen aus der Kreuzfahrer‑, islamischen und osmanischen Epoche, die durch den anhaltenden Konflikt stark beschädigt wurde. Zum anderen die archäologische Stätte Sebastia im besetzten Westjordanland, die über 2 000 Jahre Geschichte bewahrt und durch die aktuelle Lage sowie geplante Infrastrukturprojekte bedroht ist. Die dritte Notfallinschrift betrifft das Boma‑Badingilo‑Migrationsgebiet in Südsudan, das die weltweit größte terrestrische Säugetiermigration beherbergt und durch Wilderei, Menschenhandel, Infrastrukturentwicklung und anhaltende Unsicherheit gefährdet ist.
Gefährdete bereits anerkannte Stätten
Zusätzlich hat das Komitee drei bereits als Welterbe anerkannte Stätten in die Gefahrengattung aufgenommen. Die antike Stadt Taurischer Chersonesos und ihr Chora in der Ukraine sind während der vorübergehenden Besetzung der Krim durch Russland erheblichen Beschädigungen ausgesetzt, wobei neue Bauprojekte und großflächige Ausgrabungen die Authentizität der Stätte beeinträchtigen. In Libanon wurde die antike Stadt Tyros wegen anhaltender Feindseligkeiten, die das archäologische Ensemble am Mittelmeer gefährden, aufgenommen. Die historische Altstadt von Paramaribo in Suriname wurde nach umfangreichen Bauvorhaben, die das städtische Gefüge stark verändern, als gefährdet eingestuft.
Hintergrund der Entscheidungen
Die UNESCO begründete die Notfallmaßnahmen mit der wachsenden Bedrohung kultureller und natürlicher Werte durch bewaffnete Konflikte, Klimawandel und Entwicklungsdruck. Das Komitee betonte, dass die Gefahrengattung als Instrument zur Mobilisierung internationaler Unterstützung und technischer Hilfe dient, um die betroffenen Stätten zu erhalten.
Reaktionen der internationalen Gemeinschaft
Vertreter mehrerer Mitgliedstaaten und Fachorganisationen begrüßten die schnellen Entscheidungen und kündigten an, finanzielle und technische Ressourcen bereitzustellen, um die genannten Stätten zu schützen. Die UN‑Satellitenagentur (UNOSAT) bestätigte die Dokumentation von Schäden und illegalen Aktivitäten an den betroffenen Orten.
Ausblick
Die UNESCO wird in den kommenden Monaten eng mit den betroffenen Ländern zusammenarbeiten, um konkrete Schutzmaßnahmen zu planen und umzusetzen. Die Aufnahme in die Gefahrengattung soll langfristig dazu beitragen, dass sowohl das kulturelle Erbe als auch die natürlichen Lebensräume vor weiterem Verfall bewahrt werden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von UN News, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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