Ein Monat nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela kämpfen tausende Frauen und Mädchen weiterhin um den Zugang zu grundlegenden Gesundheits- und Schutzdiensten, wie ein Vertreter des UN‑Reproduktions- und Sexualgesundheitsprogramms (UNFPA) am Freitag mitteilte.
Ausmaß des Schadens
Die Doppelbeben forderten mehr als 5.000 Todesopfer und zwangen über 23.000 Menschen zur Flucht aus ihren Häusern. Besonders stark betroffen sind die Küstenregionen, etwa La Guaira, wo viele Familien ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben.
Gesundheitsversorgung in der Krise
Beschädigte Kliniken, Medikamentenknappheit und ein Mangel an Fachpersonal behindern die medizinische Versorgung, insbesondere die Bereitstellung von reproduktiven Gesundheitsdiensten und Notfall‑Geburtsversorgung. Laut UNFPA‑Vertreter ist die Situation für Frauen und adolescenten Mädchen besonders kritisch, weil sie während einer Notlage nicht auf die Geburt verzichten können.
Reaktion von UNFPA
Seit Beginn der Krise hat UNFPA zusammen mit Partnern bereits tausende Menschen erreicht, indem reproduktive Gesundheitskits verteilt und medizinische Ausrüstung an 16 Gesundheitseinrichtungen geliefert wurden. Zusätzlich arbeitet die Agentur mit anderen UN‑Organisationen daran, temporäre Unterkünfte sicherer für Frauen und Mädchen zu machen.
Finanzierungsbedarf
UNFPA strebt an, 10 Millionen US‑Dollar zu mobilisieren, um die Hilfe auf 121 000 Menschen auszuweiten. Bisher sind lediglich 40 % der geforderten Mittel eingegangen, was die Fortsetzung und den Ausbau der Maßnahmen gefährdet.
Ausblick
Die Vertreterin betonte, dass die venezolanischen Gemeinschaften enorme Stärke und Widerstandsfähigkeit gezeigt haben. Sie forderte anhaltende internationale Solidarität, um die humanitären Bedürfnisse zu decken und die Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern.
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